Familie in der Uckermark am Ende ihrer Kräfte: Mutter trägt schwerbehinderten Sohn täglich Treppen hoch
In der Uckermark kämpft eine Familie um ein barrierefreies Leben für ihren schwerbehinderten Sohn. Die 43-jährige Katrin Dommann trägt ihren achtjährigen Sohn Nils täglich die steilen Treppen zur Wohnung hoch – obwohl sie selbst unter einem schweren Rückenleiden leidet und die 25 Kilogramm eigentlich nicht mehr heben dürfte.
Folgeschwerer Eingriff bei der Geburt veränderte alles
Vor acht Jahren begann das Drama für die Familie Dommann. Bei der Geburt von Nils kam es zu einem folgenschweren Eingriff, der dazu führte, dass der Junge leblos zur Welt kam und reanimiert werden musste. Seit diesem Tag kann Nils keine Handlung selbstständig ausführen und ist in allen Lebensbereichen auf die Unterstützung seiner Familie angewiesen.
„Durch seine unkoordinierten und impulsiven Bewegungen ist das Tragen nicht nur körperlich extrem belastend, sondern auch mit einem ständigen Risiko für Verletzungen verbunden“, erklärt Stefanie Warnke, die Logopädin der Familie. Die 45-jährige Therapeutin begleitet Nils und seine Familie seit mehreren Jahren und hat nun einen öffentlichen Spendenaufruf gestartet.
Therapeutin startet Spendenkampagne für barrierefreien Alltag
Stefanie Warnke, Inhaberin einer Praxis für Logopädie, mahnt die dringende Situation der Familie: „Die Familie braucht unter anderem eine Rampe für den Rollstuhl, damit Nils nicht mehr die steilen Treppen zur Wohnung getragen werden muss. Außerdem wird ein Auto mit Einstiegsmöglichkeit für den Rollstuhl benötigt.“
Die Therapeutin hat auf der Plattform GoFundMe eine Kampagne mit dem Titel „Helft bitte, den Alltag für Nils barrierefrei zu gestalten“ gestartet und selbst die erste Spende getätigt. „Jede Spende – egal in welcher Höhe – hilft dabei, den Alltag dieser starken Familie ein Stück barrierefreier und sicherer zu machen“, appelliert Warnke an die Öffentlichkeit.
Familie schämte sich lange für Hilferuf
Die Familie Dommann hatte sich lange gescheut, öffentlich auf ihre Situation aufmerksam zu machen. „Wir wollten nicht als Bettler dastehen“, gesteht Mutter Katrin, die seit der Geburt ihres Sohnes zu Hause bleiben muss. Ihr Mann (47) sorgt als Disponent bei einem Getränkehandel für den Familienunterhalt.
Die beiden älteren Schwestern von Nils (19 und 17 Jahre) stecken bei ihren eigenen Bedürfnissen ständig zugunsten ihres Bruders zurück – bereitwillig, wie die Eltern betonen. Doch jetzt sind alle Familienmitglieder am Ende ihrer Kräfte.
Der jährliche Zuschuss von 4000 Euro für Umbaumaßnahmen ist schnell aufgebraucht, und die notwendigen Hilfsmittel bleiben unerschwinglich. „Es gibt viel tolle Technik, die uns helfen könnte, aber dafür fehlt uns das Geld“, erklärt Katrin Dommann resigniert.
Hoffnung auf ein Wunder
Obwohl die Familie fast aufgegeben hat, an ein Wunder zu glauben, hoffen sie nun auf die Unterstützung durch die Spendenkampagne. Die Eltern danken ihrer Therapeutin von Herzen für die Initiative und den Mut, den Hilferuf öffentlich zu machen.
Für Stefanie Warnke ist die Unterstützung der Familie eine Herzensangelegenheit: „Nils ist ein großer, süßer und freundlicher Junge mit einem ganz besonderen Lächeln. Seine Familie besteht aus zwei wundervollen älteren Geschwistern und zwei unglaublich liebevollen Eltern, die sich Tag und Nacht um ihren Sohn kümmern.“
Die Spendenkampagne soll nicht nur die dringend benötigte Rampe und ein behindertengerechtes Auto ermöglichen, sondern der gesamten Familie wieder Hoffnung und Perspektive geben.



