Sozialstaat-Umfrage: Deutsche lehnen höhere Abgaben für Sozialleistungen klar ab
Umfrage: Deutsche gegen höhere Sozialabgaben

Deutsche lehnen höhere Sozialabgaben deutlich ab

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Instituts INSA im Auftrag von BILD zeigt eine klare Haltung der Bevölkerung zur Finanzierung des Sozialstaats: Die Mehrheit der Deutschen ist nicht bereit, mehr Geld für Sozialleistungen auszugeben. Die Ergebnisse stellen insbesondere die SPD vor Herausforderungen.

Klare Ablehnung höherer Abgaben

Laut der Umfrage sagen 69 Prozent der Befragten, dass sie nicht mehr Steuern und Sozialabgaben zahlen wollen, um den Sozialstaat in seiner jetzigen Form zu erhalten. Nur 19 Prozent zeigen sich bereit, höhere Abgaben zu akzeptieren, während der Rest unentschieden bleibt.

Besonders brisant für die SPD-Spitze um Sozialministerin Bärbel Bas: Selbst unter SPD-Wählern ist eine Mehrheit von 51 Prozent gegen höhere Ausgaben für den Sozialstaat. Die SPD hatte in ihrem Grundsatzpapier vorgeschlagen, auch auf Mieteinnahmen und Kapitalerträge Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung zu erheben.

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Wahrnehmung von Ungerechtigkeit im Sozialstaat

Die Umfrage zeigt weiterhin, dass viele Deutsche den Sozialstaat als ungerecht empfinden. 51 Prozent der Befragten finden den Sozialstaat alles in allem eher ungerecht, während nur 37 Prozent ihn als gerecht ansehen. Zwölf Prozent sind unentschlossen.

Ein möglicher Grund für diese Wahrnehmung: Zwei Drittel der Deutschen (66%) haben das Gefühl, mehr in den Sozialstaat einzuzahlen, als sie zurückbekommen. Nur 21 Prozent widersprechen dieser Einschätzung. Dieses Gefühl teilen alle Wählergruppen mit absoluter Mehrheit.

Unterschiedliche Wahrnehmung je nach politischer Ausrichtung

Die Umfrage offenbart deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung des Sozialstaats zwischen den Wählergruppen:

  • Wähler von Union (53%), SPD und Grünen (je 60%) sprechen mehrheitlich von einem gerechten Sozialstaat
  • Anhänger von AfD (77%), BSW (64%), FDP (62%) und Linkspartei (55%) sehen das Gegenteil

Steigende Sozialausgaben als Hintergrund

Die Diskussion findet vor dem Hintergrund steigender Sozialausgaben statt. Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben sich die Pro-Kopf-Sozialausgaben des Bundes innerhalb von 30 Jahren nahezu verdoppelt. Im Jahr 1992 zahlte jeder Bürger inflationsbereinigt 1.464 Euro für Soziales, während es 2024 bereits 2.665 Euro waren.

Die Ergebnisse der INSA-Umfrage zeigen deutlich, dass die Bevölkerung bei der Finanzierung des Sozialstaats an ihre Grenzen gekommen ist und Reformen erwartet, die nicht zwangsläufig mit höheren Abgaben verbunden sein müssen.

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