Stadtsanierung in Altstrelitz nimmt konkrete Formen an
Die Sanierung des Neustrelitzer Stadtteils Strelitz-Alt, auch als Altstrelitz bekannt, hat einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Die Stadtvertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig den Rahmenplan für dieses umfangreiche Vorhaben beschlossen. Dieser Plan markiert den offiziellen Startschuss für ein Projekt, das bereits seit längerer Zeit in der Diskussion war und nun konkrete Konturen annimmt.
Informelle Planungsgrundlage mit strategischer Bedeutung
Der beschlossene Rahmenplan dient als Orientierungsgrundlage für alle künftigen Entscheidungen im Sanierungsprozess. Stadtsprecher Jan Ole Kiel betonte, dass es sich dabei um eine eher informelle Planung handelt, die nicht rechtswirksam wie eine Satzung ist. Dennoch enthält der Plan konkrete Ziele und eine Prioritätenliste, die als essentielle Basis für die Beantragung von Fördermitteln in den kommenden Jahren fungiert.
Axel Zimmermann, Amtsleiter für Stadtplanung, erläuterte bereits im Bauausschuss, dass die Stadt plant, mindestens eine Straße pro Jahr zu sanieren. Die Bürger im Stadtteil wünschen sich zwar einen schnellen Fortschritt, doch das gesamte Vorhaben ist auf einen Zeitraum von etwa 15 Jahren ausgelegt. Die Kostenschätzung beläuft sich aktuell auf insgesamt 30 Millionen Euro, wobei der Eigenanteil der Stadt auf etwa 10 Millionen Euro geschätzt wird.
Langfristige Perspektive mit kurzfristiger Planbarkeit
Laut Zimmermann sind jedoch nur die nächsten fünf Jahre wirklich detailliert planbar. Alles, was darüber hinausgeht, sei schwer vorhersehbar, und notfalls müsse dann erneut evaluiert werden, wie weiter vorgegangen werden soll. Andreas Petters (CDU) vermutete im Ausschuss, dass die Kostenschätzung wahrscheinlich im unteren Bereich angesetzt sei, was bei solchen Großprojekten nicht unüblich ist. Dennoch bezeichnete er den Rahmenplan als einen guten Start für Strelitz-Alt.
Konkrete Maßnahmen und Förderstrategie
Baudezernent Nico Ruhmer erklärte, dass die Stadt nun mit jeder einzelnen Maßnahme beim Land vorstellig werden müsse, das dann über die Förderung entscheide. Die Maßnahmen werden nach Jahren unterteilt, wobei sich die Stadt zunächst auf die Hittenkoferstraße und die Sievertstraße konzentrieren wird. Diese Straßen stellen für Neustrelitz erste kleine Meilensteine dar.
Ruhmer wies jedoch auch darauf hin, dass parallel dazu größere Projekte in anderen Teilen der Stadt, wie die Augustastraße und die Friedlich-Wilhelm-Straße, weiterhin intensiv bearbeitet werden. Die Umsetzung der Maßnahmen in Strelitz-Alt hängt nun maßgeblich von der Haushaltslage und der Verfügbarkeit von Fördergeldern ab. Die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm ist dafür essentiell, ähnlich wie es bereits Anfang der 1990er Jahre bei der Innenstadtsanierung von Neustrelitz der Fall war.
Der einstimmige Beschluss der Stadtvertretung unterstreicht die breite politische Unterstützung für dieses langfristige Sanierungsvorhaben, das die Lebensqualität in Altstrelitz nachhaltig verbessern soll.



