Verkehrslärm in Malchin: Wohnblock vor Abriss - Hälfte der Wohnungen leer
Malchin: Verkehrslärm treibt Mieter weg, Abriss geplant

Stadtbildprägender Wohnblock in Malchin steht vor dem Abriss

In der mecklenburgischen Kleinstadt Malchin könnte bald ein markanter Wohnblock an der zentralen Postkreuzung verschwinden. Die kommunale Wohnungsgesellschaft Wogema prüft aktuell den Rückbau des Gebäudes in der Karl-Dressel-Straße 27 bis 47, das direkt am historischen Kalenschen Tor liegt. Ein konkreter Abrisstermin steht zwar noch nicht fest, doch die Pläne nehmen konkretere Formen an.

Verkehrslärm als Hauptproblem für Bewohner

Der Wohnblock aus DDR-Zeiten wurde einst an dieser verkehrsreichen Lage errichtet, als dringender Wohnraumbedarf bestand. Heute jedoch stellt sich die Situation völlig anders dar: Die Hälfte der 48 Wohnungen steht mittlerweile leer, und der Leerstand nimmt weiter zu. Als Hauptgrund für diese Entwicklung gilt der permanente Verkehrslärm der vorbeiführenden Bundesstraße, die täglich von unzähligen Fahrzeugen passiert wird.

Wogema-Geschäftsführer Ivo Fischer erklärt: „Das Gebäude steht seit Jahren als städtebaulicher Missstand in der Debatte.“ Im städtischen Abriss- und Rückbaukonzept hat der Problemstandort bereits Priorität erhalten. Die Wohnungsgesellschaft ist derzeit intensiv auf der Suche nach Fördermöglichkeiten, da sie den Abriss allein nicht finanzieren kann.

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Zeitplan und Alternativen für verbleibende Mieter

Fischer schätzt den möglichen Zeitrahmen für den Abriss vorsichtig ein: „Bestenfalls 2027, es kann aber auch noch sieben Jahre dauern.“ Sobald die Bagger anrücken, will die Wogema den verbleibenden Mietern Ersatzwohnungen anbieten und sie beim Umzug aktiv unterstützen. Der Wohnblock befindet sich in bester Lage – in Sichtweite des Bahnhofs, neben dem denkmalgeschützten Postgebäude und dem historischen Stadttor.

Interessant ist ein Vorschlag aus dem Jahr 2023: Damals hatte Fischer vorgeschlagen, einzelne Aufgänge des Blocks als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge zu nutzen. Hintergrund waren damalige Debatten um den Umbau der Post zum Asylbewerberheim und mögliche Wohncontainer auf dem Posthof. Dieser Vorschlag fand jedoch weder bei den Stadtvertretern noch beim Landkreis ‚Mecklenburgische Seenplatte‘ Zustimmung.

Keine Neubaupläne für das Grundstück

Für das Grundstück nach dem Abriss gibt es bisher keine konkreten Pläne. Wogema-Chef Fischer stellt klar: „Bebaut wird es nicht wieder.“ Zumindest existieren dazu derzeit keine Planungen. Die inzwischen in Betrieb genommene Flüchtlingsunterkunft in der benachbarten Post hat nach Einschätzung der Wohnungsgesellschaft übrigens keinen spürbaren Einfluss auf den Leerstand im problematischen Wohnblock gehabt.

Die Entwicklung zeigt exemplarisch die Herausforderungen des Stadtumbaus in kleineren Städten: Einst dringend benötigter Wohnraum an verkehrsgünstiger Lage wird durch veränderte Rahmenbedingungen und Lärmbelastung zum Problemfall, der nun mit erheblichem Aufwand zurückgebaut werden muss.

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