Berlin vereinfacht die Unterbringung wohnungsloser Menschen. Seit Mitte April ist das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten und Unterbringung zentral zuständig. Bisher war die Suche nach Plätzen kompliziert und erfolgte telefonisch durch die Bezirke.
Neue digitale Plattform
Kern der Reform ist eine digitale Datenbank, die alle Unterkünfte der Stadt mit Details zu Ausstattung, Verfügbarkeit und Vertragsdaten erfasst. Bezirksmitarbeiter können künftig gezielt nach freien Plätzen suchen und diese direkt buchen. Aktuell sind vier Bezirke angeschlossen: Reinickendorf, Lichtenberg, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln. Weitere sollen folgen.
Mehr Transparenz und Kontrolle
Das Landesamt koordiniert die Prozesse und sorgt für mehr Transparenz bei den Anbietern. In der Vergangenheit gab es Betrugsfälle und menschenunwürdige Zustände in Heimen. Die neue Steuerung soll solche Missstände verhindern.
In Berlin leben 40.000 bis 50.000 Menschen ohne eigene Wohnung, die staatlich untergebracht werden müssen. Hinzu kommen rund 35.000 Geflüchtete. Die Reform wurde mit dem Gesetz zur gesamtstädtischen Steuerung der Unterbringung beschlossen.



