Trinkgeld-Terminals: Vorgaben verärgern Gäste – Ältere besonders skeptisch
Trinkgeld-Terminals: Vorgaben verärgern Gäste

Trinkgeld-Terminals: Vorgaben verärgern Gäste – Ältere besonders skeptisch

Vorgeschlagene Trinkgeldbeträge an elektronischen Bezahlterminals stoßen in Deutschland auf breite Ablehnung. Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom finden nur 29 Prozent der Bundesbürger diese Funktion praktisch. Die Erhebung, bei der von Ende Februar bis Ende März 1.004 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt wurden, offenbart eine deutliche Skepsis gegenüber digitalen Trinkgeldvorgaben.

Ältere Generation zeigt sich besonders zurückhaltend

Besonders kritisch äußern sich ältere Menschen. Unter den Über-65-Jährigen stimmten lediglich 22 Prozent der Aussage zu, dass vorgeschlagene Beträge am Terminal praktisch seien. Diese Altersgruppe steht der digitalen Trinkgeldpraxis mit besonderer Zurückhaltung gegenüber.

Vorgaben führen zu höheren Ausgaben

Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten gaben an, dass solche Voreinstellungen dazu führen, mehr Trinkgeld zu geben als ursprünglich geplant. Zudem fanden 68 Prozent es nicht angemessen, am Terminal ausschließlich Beträge ab zehn Prozent anzuzeigen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Verbraucher sich durch die digitalen Vorgaben unter Druck gesetzt fühlen.

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Alina Stephanie Bone-Winkel, Bereichsleiterin Digital Banking & Financial Services beim Bitkom, kommentiert: "Voreingestellte Optionen machen aus einer offenen Entscheidung eine Auswahl mit Leitplanken. Transparenz und eine ausgewogene Auswahl sind entscheidend, damit Kunden sich nicht unter Druck gesetzt fühlen."

Geteilte Haltung zum digitalen Trinkgeld

Grundsätzlich ist die Einstellung zum digitalen Trinkgeld in der Bevölkerung gespalten. Eine knappe Mehrheit von 55 Prozent findet, es solle Standard sein, Trinkgeld auch digital geben zu können. Gleichzeitig herrscht jedoch erhebliches Misstrauen: Nur 52 Prozent vertrauen darauf, dass das Geld vollständig beim Servicepersonal ankommt.

Dieses Misstrauen ist besonders ausgeprägt bei den 50- bis 64-Jährigen (47 Prozent) sowie den Über-65-Jährigen (48 Prozent). Im Gegensatz dazu zeigen sich junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren am ehesten überzeugt – 63 Prozent von ihnen glauben, dass das digitale Trinkgeld vollständig beim Personal landet.

Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass die Akzeptanz digitaler Trinkgeldoptionen in Deutschland noch ausbaufähig ist. Besonders ältere Generationen stehen der Praxis skeptisch gegenüber, während jüngere Verbraucher offener sind. Die Diskussion um angemessene Vorgaben und transparente Prozesse wird voraussichtlich weiter anhalten.

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