Bürgerpreis-Nominierung für Stadtbad-Retterin: Kampf um Halles Jugendstiljuwel
Bürgerpreis-Nominierung für Stadtbad-Retterin in Halle

Bürgerpreis-Nominierung für unermüdliche Stadtbad-Retterin in Halle

Die engagierte Vereinsvorsitzende Kathleen Hirschnitz setzt sich mit ganzer Kraft für den Erhalt des halleschen Jugendstilbads ein. Für ihren beharrlichen Einsatz ist sie nun für den renommierten Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ nominiert worden. Dieser Preis würdigt besonderes bürgerschaftliches Engagement in Halle und dem Saalekreis.

Kreativer Kampf gegen das Vergessen

Seit der Gründung des Fördervereins „Zukunft Stadtbad“ im Jahr 2014 steht Kathleen Hirschnitz an dessen Spitze. Gemeinsam mit ihren 42 Mitstreitern kämpft sie darum, das architektonische Denkmal im Bewusstsein der Hallenser zu halten. „Die Nominierung hilft uns, das Stadtbad nicht in Vergessenheit geraten zu lassen“, betont Hirschnitz. Mit originellen Aktionen wie dem Verkauf von Stadtbad-Kerzen sammelt der Verein Spenden und hält das Thema präsent.

Die zweite Vorsitzende Elke Scharnowski lobt die Kreativität ihrer Vereinschefin: „Ohne Kathleen hätten wir gar nicht so viele Ideen.“ Doch Hirschnitz, studierte Kunsthistorikerin und Kreativmanagerin bei der Mediaagentur Mitteldeutschland, betont stets den Teamgeist: „Die Arbeit des Fördervereins ist immer Teamsache.“

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Vision: Vom Jugendstilbad zum Gesundheitsbad

Die große Vision des Vereins geht weit über die aktuellen Sanierungspläne hinaus. Während die Bäder Halle GmbH das Gebäudeensemble als Schwimmbad und architektonisches Denkmal erhalten will, träumen die Stadtbad-Freunde von einer umfassenderen Zukunft. Ihr Ziel ist die Transformation zu einem modernen Gesundheitsbad, in dem auch krankenkassenfinanzierte Anwendungen angeboten werden.

Ein Vorbild existiert bereits im hessischen Darmstadt, wo dieses Konzept erfolgreich umgesetzt wurde. In Halle sind solche Pläne zwar noch Zukunftsmusik, doch der Förderverein arbeitet kontinuierlich an ihrer Verwirklichung. Die geplanten Sanierungsarbeiten bis 2028 sehen immerhin die Wiederherstellung der originalen Dach- und Deckenkonstruktion sowie der historischen Giebelansichten und Fenster vor.

Ehrenamt mit Herz und Freundschaft

Für Kathleen Hirschnitz ist das Engagement mehr als nur Pflicht. „Andere gehen in die Muckibude, ich gehe ins Stadtbad“, erklärt sie ihre Motivation. Obwohl sie selbst nicht im Stadtbad schwimmen gelernt hat – sie bevorzugte die Saline –, verbindet sie eine tiefe Liebe zu historischen Bauten mit ihrer Arbeit.

Das Ehrenamt bringt für sie weit mehr als nur Arbeit: „Im Verein sind schon schöne Freundschaften entstanden.“ Der Rückhalt der Hallenser Bevölkerung motiviert sie zum Weitermachen, auch wenn es gelegentlich Gegenwind gibt. „Man muss gucken, was im Ehrenamt möglich ist“, resümiert die engagierte Frau, deren Begeisterung für die Sache ungebrochen ist.

Der Bürgerpreis: Anerkennung für Engagement

Der Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ wird seit 2003 verliehen und ist eine Initiative der Mitteldeutschen Zeitung, des Neuen Theaters und der Volksbank Halle. Bis zum 16. Mai können weitere engagierte Personen, Vereine oder Organisationen aus Halle und dem Saalekreis nominiert werden. Über die Preisträger entscheidet eine Fachjury, die Ehrung findet am 28. August im Neuen Theater statt.

Für Kathleen Hirschnitz und ihren Förderverein ist die Nominierung nicht nur persönliche Anerkennung, sondern vor allem eine wertvolle Gelegenheit, ihr wichtiges Anliegen weiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Kampf um die Zukunft des Jugendstiljuwels geht weiter – mit kreativen Ideen und unbeirrbarer Leidenschaft.

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