Demminer Heimatverein bewahrt historische Familiengräber vor dem Verfall
In Demmin engagiert sich der örtliche Heimatverein mit großem Einsatz für den Erhalt historischer Grabstätten. Am vergangenen Wochenende trafen sich Mitglieder des Vereins erneut auf dem Friedhof an der Jarmener Straße, um die verwilderte Grabstätte der Familie Harder/Engelbrecht zu pflegen. Bereits am Totensonntag hatten die Ehrenamtlichen damit begonnen, das Grab von Wildwuchs zu befreien.
Historische Grabstätte der Familie Harder/Engelbrecht wird wiederhergerichtet
„Unser Ziel als Heimatverein ist es, die Grabstätte der Familie Harder/Engelbrecht wieder herzurichten“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende David Krüger. Die Grabstätte gehört zu Max Wilhelm Harder, der 1857 in Demmin geboren wurde und als Justizrat und Amtsgerichtsrat eine bedeutende Persönlichkeit der Region war. Sein Vater stammte aus einer Teterower Kaufmannsfamilie, seine Mutter aus der Demminer Kaufmannsfamilie Engelbrecht.
Max Harder besuchte ab 1863 das Gymnasium in Demmin, schloss 1876 seine Schulausbildung ab und studierte anschließend Jura. 1893 heiratete er in Demmin Anna Louise Caroline Engelbrecht, während er als Amtsrichter in Rügenwalde tätig war. Max Harder starb 1915 in Eberswalde, seine Frau 1936 in Demmin. Beide wurden im Familiengrab auf dem Friedhof an der Jarmener Straße beigesetzt, wo bereits die Eltern von Anna Harder ruhen.
Nächste Schritte: Sicherung der Grabsteine und Erneuerung des Zaungitters
Da es keine Nachkommen mehr gibt, die sich um die historische Grabstätte kümmern können, hat der Heimatverein diese Aufgabe übernommen. Mitglieder wie Heike und Karsten Behrens, Dietmar Groß und Wolfgang Günther haben gemeinsam mit David Krüger das Grab erneut vom Unkraut befreit, geharkt und bepflanzt.
„Als nächsten Schritt werden wir eine Sicherung der Grabsteine vornehmen lassen“, kündigt Krüger an. „Wir warten gegenwärtig noch auf die Förderzusage des Landesförderinstituts. Sobald diese da ist, können wir den Steinmetz für die Sicherung der Standfestigkeit beauftragen.“ Die Grabsteine bestehen weitestgehend aus Sandstein und müssen daher besonders behutsam in Handarbeit gereinigt werden.
Anschließend soll eine Umrandung mit einem historischen Zaungitter errichtet werden, wie es ursprünglich vorhanden war. Die weiteren Arbeiten werden im Laufe des Jahres erfolgen.
Weitere Projekte geplant: Grabstätte der Brauereifamilie Kossow
Der Heimatverein plant bereits das nächste, größere Projekt: die Grabstätte der Demminer Brauereifamilie Kossow, die derzeit völlig zugewuchert ist. Auch hier werden dringend Helfer und Unterstützer gesucht. Wer dazu beitragen möchte, historische Grabstätten und Grabsteine von Demminer Persönlichkeiten zu erhalten, kann sich an den Heimatverein wenden.
Das Engagement des Vereins zeigt, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit für den Erhalt des kulturellen Erbes ist. Durch solche Initiativen werden nicht nur Gräber gepflegt, sondern auch die Geschichte der Region lebendig gehalten.



