A20-Abschnitt 7: BUND reicht Klage ein, NABU verzichtet trotz Umweltbedenken
A20: BUND klagt, NABU verzichtet auf Klage

Autobahnprojekt A20: BUND und NABU gehen unterschiedliche Wege

Die Planungen für die Autobahn 20 in Schleswig-Holstein sorgen weiterhin für kontroverse Diskussionen. Während der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt 7 ankündigt, verzichtet der Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf rechtliche Schritte. Dies geschieht trotz erheblicher verbleibender Bedenken beim Umwelt- und Artenschutz.

BUND kündigt Klage vor Verwaltungsgericht an

BUND-Landesgeschäftsführer Ole Eggers bestätigte, dass der Umweltverband den Weg vor das Verwaltungsgericht einschlagen wird. Die genauen Einzelheiten der Klage sollen im Laufe des Tages öffentlich gemacht werden. Der Abschnitt 7 der A20 verläuft zwischen der A23 und der Elbe im Kreis Steinburg und stellt einen entscheidenden Teil des Gesamtprojekts dar.

NABU verzichtet auf Klage, bleibt aber kritisch

Der NABU hat nach intensiver Prüfung der Planunterlagen beschlossen, keine Klage einzureichen. Landesvorsitzender Alexander Schwarzlose betonte jedoch deutlich: „Unser Verzicht auf die Klage ist kein Einverständnis mit der A20.“ Der Verband erkennt an, dass die Prüfung insgesamt sorgfältiger als bei früheren Abschnitten erfolgt sei, sieht aber weiterhin mehrere Ungenauigkeiten und fachliche Schwächen.

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Die verbleibenden Bedenken des NABU beziehen sich insbesondere auf vorgesehene Kompensationsmaßnahmen für den Kiebitz sowie auf wasserrechtliche Fragen. Nach Ansicht des Verbandes sind die von Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) in Aussicht gestellten Nachverhandlungen der geeignetere Weg, um Verbesserungen zu erreichen, als eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Das umstrittene A20-Projekt

Die geplante A20 soll von ihrem derzeitigen Ende bei Bad Segeberg in einem weiten Bogen bis zur Elbe bei Kollmar führen. Dort ist eine Unterquerung der Elbe vorgesehen, bevor die Autobahn in Niedersachsen weiter in Richtung Südwesten verlaufen soll. Das Projekt würde in Schleswig-Holstein eine neue Ost-West-Verbindung schaffen und gleichzeitig den Elbtunnel in Hamburg vom Verkehr entlasten.

Der NABU bezeichnet die A20 unter Berufung auf das Umweltbundesamt als das umweltschädlichste Infrastrukturvorhaben Deutschlands. Allerdings räumt der Verband ein, dass die Qualität der Planungen inzwischen spürbar zugenommen habe, was eine bessere Bewältigung der umweltschädlichen Auswirkungen ermögliche.

Langer Planungsprozess

Das Planfeststellungsverfahren für den Bauabschnitt 7 wurde bereits im November 2007 erstmals eingeleitet. Nach Angaben der Infrastrukturgesellschaft Deges erging der Planfeststellungsbeschluss mit Sofortvollzug schließlich am 22. Januar 2026. Zuletzt war der Rechtsstreit über den Abschnitt zur südlichen Umfahrung von Bad Segeberg nach jahrelangem Stillstand mit einem Kompromiss beendet worden, bei dem die Umweltschutzverbände ihre Klagen zurückzogen.

Die unterschiedliche Herangehensweise von BUND und NABU zeigt die komplexe Abwägung zwischen infrastrukturellen Notwendigkeiten und Umweltschutzbelangen bei Großprojekten dieser Art. Während der BUND auf dem Rechtsweg Verbesserungen erreichen will, setzt der NABU auf den Weg der Verhandlung und Nachbesserung.

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