Frost und Schnee bremsen Bahnsanierung: Hamburg-Berlin-Strecke verzögert sich deutlich
Frost bremst Bahnsanierung Hamburg-Berlin - Verzögerung

Frost und Schnee bremsen Bahnsanierung: Hamburg-Berlin-Strecke verzögert sich deutlich

Die umfassende Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich durch den extrem kalten Winter erheblich. Der ursprünglich für den 1. Mai 2026 geplante Wiederaufnahme des Zugverkehrs kann nicht eingehalten werden, wie die Deutsche Bahn jetzt mitteilen musste.

Kälte stoppt Baufortschritt

Der härteste Winter seit 15 Jahren behindert die Arbeiten auf der 280 Kilometer langen Strecke massiv. Seit sechs Wochen können vor allem die Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen kaum vorankommen. „Wir müssen nach den letzten Tagen sagen, dass wir im Moment davon ausgehen, dass es nicht mehr möglich sein wird, zum 30. April in den Betrieb zu gehen“, erklärte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand für Infrastrukturplanung und -projekte bei der Bahn-Tochter DB InfraGo.

Die Arbeiten an den Oberleitungen, die bereits im Januar hätten erfolgen sollen, mussten ebenfalls aufgrund der widrigen Witterungsbedingungen verschoben werden. „Das ist das, wo wir extreme Schwierigkeiten und faktisch keinen Fortschritt haben“, so Bolte weiter.

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Einschränkungen für Reisende und Güterverkehr

Die Verzögerung bedeutet für die täglich rund 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr und insgesamt 470 Züge pro Tag weiterhin erhebliche Einschränkungen:

  • Der Fernverkehr wird weiter über Stendal und Uelzen umgeleitet und benötigt mindestens 45 Minuten länger
  • Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es nur noch eine
  • Die Halte Ludwigslust und Wittenberge entfallen komplett
  • Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder verkehren nur auf Teilstrecken
  • Ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen bleibt bestehen
  • Auch der Güterverkehr muss weiter lange Umwege in Kauf nehmen

Neuer Zeitplan und Aufholjagd

Einen neuen Zeitplan für die Fertigstellung will die Deutsche Bahn am 13. März 2026 bekanntgeben. „Ziel ist es, eine für Reisende und Güterverkehrsunternehmen gleichermaßen verträgliche Lösung zu finden“, teilte der Konzern mit.

Bereits in den vergangenen Wochen waren die Arbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Nun sollen zusätzliche Trupps und Monteure eingesetzt werden, um möglichst viele Arbeiten parallel durchzuführen und den Rückstand aufzuholen. „Jeder Tag ist wichtig“, betonte Bolte. „Wir wollen möglichst dicht an der geplanten Inbetriebnahme dran bleiben.“

Folgen für weitere Sanierungsprojekte

Die Verzögerung bei der Hamburg-Berlin-Strecke hat direkte Auswirkungen auf das nächste geplante Projekt: Die Sanierung der Strecke Hamburg-Hannover wird sich nun ebenfalls solange verzögern, bis der Korridor zwischen der Hanse- und der Hauptstadt fertiggestellt ist.

Die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin ist Teil einer größeren Initiative der Deutschen Bahn. Bis Mitte der 2030er Jahre sollen mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore grundlegend modernisiert werden, um das marode und überlastete Streckennetz wieder fit zu machen und die Pünktlichkeit zu steigern.

Seit Beginn der Sanierung im August 2025 wurden bereits rund 165 Kilometer Gleise, 241 Weichen, Schallschutzwände, Signale, Oberleitungen und Bahnsteige erneuert. Die schwierigste Aufgabe steht jedoch noch bevor: die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik mit Hunderten Kilometern Kabeln, Signalen und Weichenantrieben.

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