Herrenseebrücke Waren: Nach sechs Monaten Sperrung weiterhin unklar - Entscheidung im Mai erwartet
Herrenseebrücke Waren: Sechs Monate Sperrung, Entscheidung im Mai

Herrenseebrücke in Waren: Sechsmonatige Sperrung ohne klare Perspektive

Seit fast einem halben Jahr ist die Herrenseebrücke in Waren an der Müritz für den Verkehr vollständig gesperrt, doch das Rätselraten um die Zukunft des wichtigen Bauwerks geht weiter. Autofahrer müssen nach wie vor lange Umwege in Kauf nehmen, während selbst Fußgänger und Radfahrer die Brücke nicht passieren dürfen. Die Unsicherheit belastet nicht nur den Verkehrsfluss, sondern auch die Anwohner und die lokale Wirtschaft.

Untersuchungen laufen - Entscheidung für Mitte Mai angekündigt

In dieser Woche fanden erneut Materialuntersuchungen an der Unterseite der Brücke statt, wie Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) in der jüngsten Stadtvertretersitzung mitteilte. Für die kommende Woche sind weitere Prüfungen geplant, die von Montag bis Donnerstag jeweils nachts zu Sperrungen der Bundesstraße 192 führen werden. „Aktuell ist davon auszugehen, dass ab Mitte Mai eine Bewertung der Tragfähigkeit des unbelasteten Bauwerks vorliegt“, erklärte Möller den besorgten Stadtvertretern.

Die Herrenseebrücke, die über die B192 und die Bahnstrecke Rostock-Berlin führt, wurde Ende November 2025 überraschend gesperrt, nachdem bei einer Routine-Sichtprüfung bedenkliche Risse entdeckt worden waren. Seitdem wurden umfangreiche Tests am Spannstahl der aus den 1970er Jahren stammenden Brücke durchgeführt, der als besonders korrosionsgefährdet gilt.

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Zeitdruck durch Bahn-Sperrpausen

Die Stadt steht unter erheblichem Zeitdruck, da für eventuelle Abrissarbeiten nur bestimmte Sperrpausen der Deutschen Bahn genutzt werden können. Sollte sich herausstellen, dass die Brücke tatsächlich abgerissen werden muss, wäre die nächste Gelegenheit dafür bereits in naher Zukunft gegeben - aufgrund von Bauarbeiten auf dem Schweriner Damm wird die Bahnstrecke ohnehin zeitweise gesperrt.

Das Zeitfenster für Planung und Ausschreibung schließt sich jedoch rapide. Nächste mögliche Sperrtermine der Bahn würden sich laut aktuellen Informationen erst wieder im Jahr 2032 ergeben. „Allein deswegen brauchen wir im Mai die Aussage: Hopp oder Top“, betonte Bürgermeister Möller die Dringlichkeit einer klaren Entscheidung.

Plötzliche Unklarheit in der Eigentumsfrage

Kompliziert wird die Situation durch eine überraschend aufgetauchte Unklarheit: Es ist aktuell nicht eindeutig geklärt, wem die Brücke eigentlich gehört. Stadtvertreter wie Ralf Spohr (CDU) und Toralf Schnur (UBW) betonten in der Sitzung, dass die Klärung dieser Eigentumsfrage zentral für jedes weitere Vorgehen sei.

Warum diese Frage erst jetzt auftaucht und zwischen welchen Ebenen - ob Bund oder Land - hier Klärungsbedarf besteht, konnte die Pressestelle der Stadt auf Anfrage bis Ende der Woche nicht beantworten. Für die bisherigen Untersuchungen an der Herrenseebrücke sind laut Bürgermeister Möller bereits Beträge im sechsstelligen Bereich geflossen.

Zwei mögliche Szenarien

Für die Brücke zeichnen sich zwei grundsätzliche Szenarien ab:

  1. Sollte die Brücke doch wieder für den Verkehr freigegeben werden können, müsste diese Freigabe mindestens für die nächsten fünf Jahre Bestand haben, um den Aufwand zu rechtfertigen.
  2. Falls ein Abriss unumgänglich wird, müssten die Planungen umgehend beginnen, um das aktuelle Zeitfenster der Bahn noch nutzen zu können.

Die Herrenseebrücke stellt in Waren eine wichtige Verbindung in die Nordstadt dar und ihre anhaltende Sperrung belastet das Verkehrsnetz der gesamten Region. Die Entscheidung im Mai wird daher mit großer Spannung erwartet - sowohl von den Verkehrsteilnehmern, die auf eine Entlastung hoffen, als auch von den Verantwortlichen, die eine kostspielige und langwierige Sanierung oder einen komplizierten Abriss vorbereiten müssen.

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