Streit am Augustabad: Wildpinkler, Raser und Radfahrer sorgen für Ärger
Konflikte am Augustabad: Wildpinkler, Raser, Radfahrer

Bevor das Augustabad in Neubrandenburg in die Sommersaison startet, hat sich der Hauptausschuss jetzt mit den jährlich wiederkehrenden Konflikten am Strandbad beschäftigt. Wildpinkler im Wald, Raser auf dem Strandweg, Begegnungen zwischen Radfahrern und Fußgängern – die Themen sind nicht neu. Eine schnelle Lösung gibt es trotzdem nicht.

Dixi-Klo als Idee für den Wald

Den Anstoß gab Bernd Herrmann (Projekt NB). Er wollte im Hauptausschuss wissen, welche Pläne die Stadt für die Verkehrssituation am Strandbad hat und ob im hinteren Bereich des Parkplatzes ein Dixi-Häuschen aufgestellt werden könne, „damit die Bedürfnisse nicht im Wald und in den Hecken verrichtet werden müssen“. Auch zur Trennung von Fußgängern, Radfahrern und Hunden hatte er Fragen.

Sitzungsleiter Peter Modemann (CDU), stellvertretender Oberbürgermeister, nahm das Thema mit in die Verwaltung. Ob Geld für Toiletten zur Verfügung steht, könne er nicht sagen – es gebe noch keinen Bescheid. Das städtische Ordnungsamt antwortete zur Verkehrssituation, das Bauamt plane am Augustabad Veränderungen, die würden sich aber in dieser Saison noch nicht auswirken.

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Den Vorschlag, Radfahrer über den Strand zu führen, lehnt das Ordnungsamt ab. Mit dieser Lösung würde das Problem nur von der Straße in den Strandbereich gezogen, heißt es aus der Verwaltung. Der Begegnungsverkehr zwischen Radfahrern, Fußgängern und Hunden gehöre ans Ufer. Auch die Idee, das Verbot zu festen Zeiten auszusetzen – vor 10 und nach 18 Uhr – blieb zunächst ohne klare Antwort.

Anwohner machen sich Sorgen um Sportler

Aus dem Anwohnerkreis kam eine Schilderung im Hauptausschuss, die der Sache eine andere Dramatik gab. Wer aus seinem Hofgrundstück komme, müsse aufpassen, „dass er nicht vom Fahrrad heruntergeschrotet wird“, gab der Ratsherr Sorgen Betroffener wieder. Sportliche Radfahrer kämen mit hoher Geschwindigkeit. Sein Vorschlag ist, einen Schlagbaum am Übergang von Schotter zu Asphalt aufzustellen, dazu ein Schild mit „Tempo Schrittgeschwindigkeit“. Modemann versprach, diese Anregungen ebenfalls mitzunehmen.

Eine Lanze für die Radfahrer brach Ratsfrau Sabine Balschat (BSW/BfN), die selbst dort mit dem Rad unterwegs ist. Auf der besagten Straße sei das Radfahren nicht wirklich ein Vergnügen – dazwischen seien immer wieder Poller. Sie habe Verständnis dafür, dass Radfahrer nicht auf den Strandweg sollten. Aber die Straße biete für sie auch keine schöne Alternative.

Sie verwies auf die Praxis an Ostseeorten. Auf dem Darß, in Kühlungsborn oder Graal-Müritz stünden große Schilder, die zur gegenseitigen Rücksichtnahme aufrufen – mit Symbolen für Radfahrer, Fußgänger und Menschen mit Behinderung. „Irgendwie muss man sich miteinander einigen, und das halte ich auch für wichtig“, sagte die Ratsfrau.

Hunde und Radfahrer am Strand verboten

Das Augustabad gehört zu den wenigen direkt zugänglichen Strandbädern am Tollensesee und wird in den Sommermonaten stark genutzt. Über die einzige Zufahrt rollt nicht nur Pkw-Verkehr, sondern auch der Radverkehr aus Neubrandenburg in Richtung Westufer plus die Radler auf der Seenumrundung.

Schon in den vergangenen Jahren hatte die Stadt Maßnahmen ergriffen, um das Konfliktpotenzial zu mindern. Eine zusätzliche Schranke auf dem Parkplatz verhindert seitdem, dass Pkw bis zum FKK-Bereich durchfahren. Auch das Schild, das Fahrradfahren und Hunde im Strandbereich verbietet, ist wieder aufgestellt.

Bauliche Lösungen brauchen Zeit, hieß es vom Ordnungsamt. Bis dahin setzt die Stadt auf das Prinzip Rücksicht. Es gelte überall in Deutschland die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer, betont die Behörde. Wer das nicht beachte, müsse mit Kontrollen und Sanktionen rechnen.

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