Erneuter Streik bei Lufthansa legt innerdeutsche Flugverbindungen lahm
Seit Mitternacht befinden sich die Flugbegleiter der Deutschen Lufthansa AG erneut im Arbeitskampf. Der von der Gewerkschaft Ufo ausgerufene Streik hat unmittelbare Auswirkungen auf den Flugverkehr in Deutschland, wobei der Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg (BER) besonders stark betroffen ist.
Massive Ausfälle am Berliner Flughafen
Wie aus der aktuellen Fluginformation des BER hervorgeht, wurden für den gesamten Tag jeweils rund 20 Starts und Landungen gestrichen. Konkret betreffen die Ausfälle vor allem innerdeutsche Verbindungen von und nach Frankfurt am Main sowie München. Fluggäste, die für Donnerstag, den 10. April 2026, Reisen zu diesen Zielen geplant hatten, müssen sich dringend nach Alternativen umsehen.
Der Streik soll nach Angaben der Gewerkschaft Ufo bis 22.00 Uhr andauern und konzentriert sich auf alle Abflüge der Lufthansa von den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München. Damit sind zahlreiche Passagiere von Flugausfällen betroffen, was insbesondere im Rückreiseverkehr nach den Osterferien zu erheblichen Problemen führt.
Hintergründe des Arbeitskampfes
Im Zentrum des Konflikts stehen die laufenden Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei der Lufthansa. Nach Darstellung der Gewerkschaft Ufo zeigt das Unternehmen zudem keine Bereitschaft, bei der Regionaltochter Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Das Management hatte zuvor angekündigt, den Flugbetrieb der Cityline im kommenden Jahr einzustellen. An ihre Stelle soll eine neue Gesellschaft mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines treten.
Reaktionen der Beteiligten
Die Lufthansa kritisierte den Streikaufruf scharf und betonte, dass tragfähige Lösungen nur im Dialog gefunden werden könnten. „Streiks müssen stets das letzte Mittel bleiben“, so eine Unternehmenssprecherin. Das Unternehmen forderte die Gewerkschaft auf, die Gespräche umgehend wieder aufzunehmen, und sicherte ihre Gesprächsbereitschaft zu. Betroffene Kundinnen und Kunden würden automatisch über Änderungen an ihren Flügen informiert.
Die Gewerkschaft Ufo verteidigte hingegen ihre Entscheidung und verwies auf die festgefahrenen Verhandlungen. Der Streik diene dazu, Druck auf das Unternehmen auszuüben und faire Arbeitsbedingungen für die Flugbegleiter durchzusetzen.
Für Reisende bedeutet die aktuelle Situation erhebliche Unannehmlichkeiten. Viele Passagiere, die von ihren Osterurlauben zurückkehren wollten, stehen nun vor der Herausforderung, kurzfristig Ersatz für ausgefallene Flüge zu finden. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete bereits in den frühen Morgenstunden über erste lange Schlangen an den Service-Schaltern des BER.



