Münchner S-Bahn: Fast zwei Drittel der Ausfälle durch Bauarbeiten verursacht
Münchner S-Bahn: Bauarbeiten Hauptgrund für Ausfälle

Münchner S-Bahn: Bauarbeiten als Hauptgrund für Ausfälle und Verspätungen

Die Fahrgäste der Münchner S-Bahn mussten auch im Jahr 2025 wieder viel Geduld aufbringen, obwohl sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert hat. Eine aktuelle Jahresbilanz der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) zeigt, dass die Pünktlichkeitsquote von 87 Prozent im Jahr 2024 auf 87,9 Prozent im Jahr 2025 gestiegen ist. Dennoch bleibt die Zuverlässigkeit der S-Bahn weit hinter den Werten der späten 2010er Jahre zurück, als regelmäßig Pünktlichkeitsquoten von über 93 Prozent erreicht wurden.

Infrastrukturprobleme als größte Herausforderung

Laut der BEG waren Störungen an Signalen, Weichen, Gleisen und Bahnübergängen für knapp die Hälfte aller Verspätungen verantwortlich. Diese marode Infrastruktur führte dazu, dass Züge an einigen Stellen sicherheitshalber langsamer fahren mussten, was besonders in der zweiten Jahreshälfte zu zusätzlichen Verzögerungen beitrug. Äußere Faktoren wie Wetterbedingungen, Personen auf den Gleisen oder Notarzteinsätze verursachten weitere 11,4 Prozent der Verspätungen.

Fast zwei Drittel der kompletten Fahrtausfälle wurden durch Bauarbeiten verursacht, die notwendig sind, um die alternde Infrastruktur zu sanieren. Mehrfach musste die Stammstrecke in Abschnitten gesperrt werden, und kurzfristige Gleiserneuerungen wurden erforderlich, um die Sicherheit des Betriebs zu gewährleisten. Immerhin sank der Anteil der ausgefallenen S-Bahnen von 9,7 Prozent im Jahr 2024 auf 8,4 Prozent im Jahr 2025.

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Große Unterschiede zwischen den Linien

Die Pünktlichkeit variiert erheblich zwischen den einzelnen S-Bahn-Linien. Während die S3 von Holzkirchen zum Ostbahnhof mit einer Quote von 93,7 Prozent relativ zuverlässig unterwegs war, mussten Fahrgäste der S4 von Geltendorf in die Innenstadt mit nur 83,4 Prozent pünktlichen Zügen auskommen. Diese Diskrepanzen unterstreichen die ungleichmäßige Belastung und den unterschiedlichen Zustand der Infrastruktur im Netz.

Neuer S-Bahn-Chef vor Herkulesaufgabe

Matthias Glaub, bisher S-Bahn-Chef in Stuttgart, tritt zum 1. Mai die Nachfolge von Heiko Büttner an und übernimmt eine schwierige Aufgabe. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) bezeichnete die Situation als "Herkulesaufgabe" und betonte, dass eine Trendumkehr noch nicht erreicht sei. "Das sind ein paar Lichtblicke, aber noch nicht der große Wurf", so Bernreiter, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist.

Glaub kündigte an, innovativ zu arbeiten, um die Münchner S-Bahn nachhaltig zu verbessern, besonders angesichts der infrastrukturellen Herausforderungen und des umfangreichen Baugeschehens. Er und die BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs setzen dabei auf Unterstützung durch den Bund und DB InfraGO, da eine zuverlässige Bahninfrastruktur im Raum München als Dreh- und Angelpunkt gilt.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

  • Pünktlichkeitsquote 2025: 87,9 Prozent (2024: 87 Prozent)
  • Ausfallquote 2025: 8,4 Prozent (2024: 9,7 Prozent)
  • Hauptgrund für Verspätungen: Störungen an Infrastruktur (47,8 Prozent)
  • Hauptgrund für Ausfälle: Bauarbeiten (fast zwei Drittel)
  • Größte Herausforderung: Marode Infrastruktur und notwendige Sanierungen

Insgesamt zeigt die Bilanz, dass die Münchner S-Bahn trotz leichter Fortschritte weiterhin mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat. Die anhaltenden Bauarbeiten, die eigentlich die Zuverlässigkeit erhöhen sollen, führen aktuell noch zu vermehrten Ausfällen und Verspätungen, was für Hunderttausende Pendlerinnen und Pendler im Großraum München eine tägliche Belastung darstellt.

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