Nato-General warnt: Ostsee wird zum Nadelöhr für Europas Sicherheit
Nato-General: Ostsee wird zum Nadelöhr für Europas Sicherheit

Nationale Maritime Konferenz in Emden: Nato-General warnt vor Engpässen in der Ostsee

Emden – Nato-General Ingo Gerhartz hat auf der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden die Bedeutung freier Seewege für die Sicherheit Deutschlands und Europas unterstrichen. „Freie Seewege bilden die Grundlage unserer militärischen Handlungsfähigkeit“, sagte der General bei einer Veranstaltung des Verbands Deutscher Reeder (VDR) am Dienstagabend. Gerhartz führt das operative Hauptquartier „Allied Joint Force Command“ im niederländischen Brunssum, das für die Verteidigung Mitteleuropas vom Atlantik bis zur östlichen Bündnisgrenze zuständig ist.

Die Seewege in der Ostsee seien bei einem Konflikt mit Russland die zentralen Versorgungsadern für Deutschland, Skandinavien und das Baltikum, betonte Gerhartz. „Für den Transport von Soldatinnen und Soldaten, für militärische Systeme, aber auch für den Verwundetentransport und, ganz besonders wichtig, für die Versorgung unserer Zivilbevölkerung.“ Der Zugang zur Ostsee sei jedoch ein Nadelöhr und an der engsten Stelle nur wenige Kilometer breit. Damit sei der Zugang vergleichbar mit dem der Golfregion. „Wenn es um unsere Versorgungssicherheit geht, zivil wie militärisch, sind die dänischen Meerengen unsere europäische Straße von Hormus“, sagte der General. „Unsere Aufgabe ist es, sie für den Schiffsverkehr offenzuhalten.“

Bedrohungen im Ostseeraum nehmen zu

Seestreitkräfte und zivile Reedereien bekämen Bedrohungen in der Ostsee etwa in Form von gestörten GPS-Signalen täglich zu spüren, so Gerhartz. Die zweitägige 14. Nationale Maritime Konferenz (NMK), die am Mittwoch begann, dient der Bundesregierung als Plattform, um mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden, Unternehmen, Gewerkschaften und Behörden über die strategische Ausrichtung der maritimen Politik zu beraten. Im Fokus stehen dabei vor allem die maritime Sicherheit und der Schutz kritischer maritimer Infrastrukturen.

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Gerhartz betonte in seiner Rede vor dem Reederverband, dass es bei der Bündnisverteidigung neben militärischen Fähigkeiten besonders auf die zivile maritime Branche ankomme. Es brauche daher eine enge Zusammenarbeit. „Wenn es um die Sicherheit und die Verteidigung auf See geht, sind die Schifffahrtsindustrie, die Reedereien, die Hafenbetreiber keine Zuschauer. Sie sind Teil unserer Gesamtverteidigung“, sagte Gerhartz. Die maritime Wirtschaft müsse sich aktiv auf den Krisen- und Kriegsfall vorbereiten und resiliente Strukturen aufbauen, mahnte er.

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