Der Dessau-Roßlauer Wirtschaftsausschuss hat den Weg für einen möglichen Neubau einer Netto-Filiale in Mosigkau freigemacht. Die Entscheidung fiel trotz einzelner Bedenken, insbesondere mit Blick auf die Versorgungssituation im benachbarten Kochstedt.
Standort zwischen Philipp-Müller-Straße und B 185
Das geplante Areal liegt am östlichen Ortseingang von Mosigkau, zwischen der Philipp-Müller-Straße und der Bundesstraße 185. Derzeit wird die Fläche noch landwirtschaftlich genutzt. Der Bau eines Netto Marken-Discounts würde eine deutliche Veränderung des Ortsbildes mit sich bringen.
Euphorie und Skepsis im Ausschuss
In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses zeigten sich die Stadträte gespalten. Während einige die Stärkung des Einzelhandels in Mosigkau begrüßten, äußerten andere die Sorge, dass der Neubau negative Auswirkungen auf die Nahversorgung in Kochstedt haben könnte. Dort ist die Versorgungslage bereits angespannt, und ein zusätzlicher Discounter in unmittelbarer Nähe könnte bestehende Strukturen gefährden.
Die Befürworter des Projekts betonen hingegen die Vorteile für die Anwohner in Mosigkau und den umliegenden Ortsteilen. Ein moderner Discounter würde die Einkaufsmöglichkeiten verbessern und neue Arbeitsplätze schaffen. Zudem sei der Standort verkehrstechnisch gut angebunden.
Auswirkungen auf Kochstedt noch unklar
Ob die Versorgung in Kochstedt tatsächlich bedroht ist, bleibt abzuwarten. Der Ausschuss hat die Verwaltung beauftragt, die möglichen Folgen des Netto-Neubaus detailliert zu prüfen. Insbesondere soll untersucht werden, wie sich das Einkaufsverhalten der Bevölkerung verändern könnte und ob bestehende Geschäfte in Kochstedt Umsatzeinbußen hinnehmen müssten.
Kritiker fordern, dass die Stadt Dessau-Roßlau alternative Konzepte entwickeln solle, um die Nahversorgung in allen Ortsteilen gleichermaßen zu sichern. Ein reiner Discounter-Neubau löse nicht die grundlegenden Probleme der Daseinsvorsorge.
Die endgültige Entscheidung über den Bau der Netto-Filiale liegt nun beim Stadtrat. Der Wirtschaftsausschuss hat mit seiner Zustimmung jedoch ein klares Signal gesendet. In den kommenden Monaten werden weitere Gutachten und Bürgerbeteiligungen erwartet, bevor die Bauarbeiten beginnen könnten.



