Stillstand statt Stellplatz? Parkgelder fließen in Radweg, weil Planungen zu lange dauern
Rostocks Park-and-Ride-Ausbau verzögert sich weiter und das dafür vorgesehene Geld wurde zwischenzeitlich in andere Projekte gesteckt. Die Planungen für den Ausbau der Park-and-Ride-Plätze (P+R) in Rostock ziehen sich weiter hin. Das geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage des Vorsitzenden der Rostocker SPD-Bürgerschaftsfraktion Thoralf Sens hervor. Und weil das so ist, floss von den für 2024 geplanten P+R-Investitionen stattdessen ein Großteil des Geldes in einen Radweg.
14 Millionen für 5000 P+R-Plätze in Rostock
Bereits 2021 beschloss die Rostocker Bürgerschaft ein P+R-Konzept mit einem Investitionsvolumen von rund 14 Millionen Euro. Ziel war und ist es, den Individualverkehr in der Innenstadt zu reduzieren und rund 5000 Stellplätze zu schaffen. Doch der Ausbau schreitet, wie oft moniert, nur langsam voran und alles wird bekanntlich teurer. Darum wollte der SPD-Fraktionschef auch in Anbetracht der Haushaltslage nun wissen: „Reichen die genehmigten Mittel für 2026 und 2027 aus?“
350.000 Euro von P+R auf Ostseeallee-Radweg umgeschichtet
Laut Tiefbauamt ja, aber: „Für alle Projekte gilt, dass es während der Planung und bis zur Auftragsvergabe zu weiteren Kostensteigerungen kommen kann.“ Für die Deckung dieses Mehrbedarfs müsse dann im nächsten Doppelhaushalt nachgesteuert werden. Betreffen würde das aktuell vor allem die 2024 angestoßenen Projekte: P+R Dierkower Allee, DMR-Parkplatz und P+R in der Tessiner Straße. Die Projekte befinden sich laut Amt noch in der Vorplanung. Für die Dierkower Allee wird aktuell geprüft, ob ein ebenerdiger Parkplatz oder eine Parkpalette sinnvoller ist. Eine Entscheidung wird im dritten Quartal 2026 erwartet. Für die Tessiner Straße ist die Vorplanung ebenfalls bis Mitte 2026 angesetzt. Und für das Projekt DMR-Parkplatz an der Erich-Schlesinger-Straße werden noch verschiedene Varianten unter Berücksichtigung städtebaulicher Entwicklungen abgewogen. Nach Angaben der Stadt wurden 2024 von den ursprünglich veranschlagten 400.000 Euro Investitionen für den P+R lediglich rund 21.000 Euro für Vermessungs- und Baugrundaufträge eingesetzt. Etwa 350.000 Euro wurden darum stattdessen zugunsten des Radwegs an der Ostseeallee umgeschichtet.
Zukunftsvision: „Mobility-Hub“ am Groß Schwaßer Weg
Als größeres Vorhaben plant die Stadt im Zuge der „Tram West“-Erweiterung am Groß Schwaßer Weg einen Mobilitätsknoten inklusive Parkhaus mit rund 700 Stellplätzen, Ladeinfrastruktur für E-Autos, einem Fahrradparkhaus (B+R) sowie eine Wendeschleife für Busse. Aktuell erarbeitet hier ein externes Planungsbüro die Grobkonzeption. Wie teuer das werden wird, ist noch nicht klar. Die Mittel für den eigentlichen Bau all dieser Anlagen sind im aktuellen Haushalt noch nicht enthalten. Die Verwaltung will sie für den Doppelhaushalt 2028/2029 anmelden.
Digitale Anzeigetafeln und Informationssysteme erst 2028
Ein weiterer Punkt der SPD-Anfrage betraf die neuen dynamischen Informationssysteme für Standorte wie Dierkower Allee, Brinckmansdorf und Südblick. Diese befinden sich alle noch in der Entwurfsplanung und sollen erst im Sommer/Herbst 2028 fertiggestellt sein, so die Antwort der Stadt. Hier sei allerdings schon klar: „Laut Kostenschätzung zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung gibt es einen Mehrbedarf von zirka 100.000 Euro gegenüber der ursprünglichen Kostenannahme von 550.000 Euro“, so das Tiefbauamt.



