Endlich wieder Fahrt aufwärts: Rolltreppen-Chaos in Berlin beendet
Wochenlang bestimmten abgesperrte Rolltreppen das Bild im Berliner Hauptbahnhof. Reisende mussten ihre Koffer mühsam Treppen hinauftragen oder sich in lange Warteschlangen vor den Aufzügen einreihen. Nun gibt die Deutsche Bahn Entwarnung: Das Rolltreppen-Chaos ist weitgehend behoben. Ein Bahn-Sprecher teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass es nach aktuellen Informationen keine größeren Häufungen von Rolltreppen-Störungen mehr gebe, weder in Berlin noch bundesweit.
Von 54 Rolltreppen nur noch drei gesperrt
Laut einem Bericht der „Berliner Zeitung“ sind im Berliner Hauptbahnhof aktuell nur noch drei von insgesamt 54 Rolltreppen „sichtbar abgesperrt“. Auch am Bahnhof Berlin Südkreuz, wo ebenfalls zahlreiche Anlagen stillstanden, fahren dem Bahn-Sprecher zufolge bis auf wenige Ausnahmen wieder alle Rolltreppen. Dies bedeutet eine deutliche Erleichterung für die täglich rund 330.000 Reisenden und Besucher des Hauptbahnhofs, der zu den am stärksten frequentierten Verkehrsknotenpunkten Deutschlands zählt.
Ursprung der Probleme: Defekt an speziellem Anlagentyp
Die wochenlangen Einschränkungen hatten ihren Ursprung Mitte Februar. Damals legte die Bahn zunächst 42 Rolltreppen am Berliner Hauptbahnhof und 10 weitere am Südkreuz still. Grund war ein technischer Defekt an einem bestimmten Anlagentyp, bei dem zwei Rolltreppen mitten im Betrieb abrupt stehengeblieben waren. Aus Sicherheitsgründen wurden daraufhin bundesweit rund 130 Rolltreppen desselben Typs außer Betrieb genommen.
Betroffen waren neben Berlin auch Bahnhöfe in:
- Köln/Bonn Flughafen
- Frankfurt
- Dresden
- Essen
- Hamburg
- Düsseldorf
Lange Instandsetzung und besondere Härten
Die Reparaturarbeiten zogen sich deutlich länger hin als zunächst erwartet. Ein Hauptgrund war die schwierige Beschaffung von Ersatzteilen, sodass die Zahl der gesperrten Rolltreppen nur langsam zurückging. Besonders hart traf die Situation mobilitätseingeschränkte Menschen. Die Aufzüge im vierstöckigen Hauptbahnhof benötigen aufgrund der verschiedenen Ebenen oft mehrere Minuten, um überhaupt am Startpunkt anzukommen.
Die Bahn reagierte auf die Krise unter anderem mit dem Einsatz von zusätzlichem Personal, das für Auskünfte zur Verfügung stand und teilweise auch beim Koffertragen half. Das Thema entwickelte sich im Berliner Stadtgespräch schnell zum Symbol für die infrastrukturellen Herausforderungen der Deutschen Bahn. Nun scheint die akute Krise überwunden, auch wenn die Erinnerung an das wochenlange Kofferschleppen bei vielen Reisenden noch frisch sein dürfte.



