Ein schweres Zugunglück im indonesischen Bekasi, einem Vorort der Hauptstadt Jakarta, hat am Montagabend 15 Menschenleben gefordert. Alle Todesopfer sind Frauen. 88 weitere Personen erlitten Verletzungen, teilweise schwere. Der Unfall ereignete sich am Bahnhof Bekasi Timur, als ein Fernzug in einen stehenden Pendlerzug raste.
Fernzug erfasst Frauenwaggon
Der Pendlerzug war auf dem Weg nach Jakarta, als er an einem Bahnübergang von einem Taxi gestreift wurde. Durch den Zusammenstoß kam der Zug auf den Gleisen zum Stehen. Ein herannahender Fernzug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte in den letzten Waggon des Pendlerzuges. Dieser Waggon war ausschließlich für Frauen reserviert, wie Jakartas Polizeichef Asep Edi Suheri mitteilte. Daher sind alle Todesopfer weiblich. Die rund 240 Insassen des Fernzuges blieben unverletzt, bestätigte Anne Purba, Sprecherin des staatlichen Bahnkonzerns KAI.
Einsatzkräfte im Großeinsatz
Nach der Kollision waren Hunderte Einsatzkräfte vor Ort, um Verletzte aus den zertrümmerten Waggons zu befreien. Die Menschen wurden auf Tragen aus dem Wrack getragen und in bereitstehende Krankenwagen gebracht. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Rettungsarbeiten. Indonesiens Infrastruktur-Minister Agus Harimurti Yudhoyono bestätigte die dramatische Bilanz. Staatschef Prabowo Subianto ordnete eine sofortige Untersuchung des Unfalls an und forderte den Bau einer Überführung am Bekasi-Bahnhof, um künftige Unglücke zu verhindern.
Überlebende berichten von Schrecken
Die Überlebende Sausan Sarifah (29) wurde mit einem gebrochenen Arm und einer tiefen Schnittwunde am Oberschenkel ins Krankenhaus eingeliefert. Sie schilderte: „Ich dachte, ich würde sterben.“ Als der Zug am Bahnhof zum Stehen kam, hätten sich die Passagiere bereits zum Aussteigen bereit gemacht. Doch dann sei ein „extrem lautes Geräusch der Lokomotive“ zu hören gewesen. Es blieb keine Zeit mehr, den Zug zu verlassen. „Am Ende lagen alle übereinander, zerquetscht“, berichtete Sarifah. Sie habe Angst gehabt zu ersticken und wisse nicht, wie es denen gehe, die unter ihr gelegen hätten.
Devika Kartika (23) wartete nach dem tödlichen Zusammenstoß auf Neuigkeiten über ihre Schwester, die sich im Zug befand. Die Angehörigen der Opfer und Verletzten wurden von psychosozialen Teams betreut. Die indonesische Eisenbahngesellschaft KAI kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnübergängen zu überprüfen und zu verbessern. Der Unfall hat landesweit Bestürzung ausgelöst und erneut die Diskussion über die Sicherheit des Schienenverkehrs in Indonesien entfacht.



