Warnstreik in München: Verdi lehnt Sonderregelung für FC Bayern ab
Am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, läuft der zweite Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr Münchens. Anders als am ersten Streiktag verkehren bestimmte Linien, darunter U-Bahnen zur Allianz Arena für das DFB-Pokal-Viertelfinalspiel des FC Bayern gegen RB Leipzig. Die Gewerkschaft Verdi betont jedoch, keine Sonderregelungen für Veranstaltungen getroffen zu haben.
Verdi: Keine Ausnahmen für Pokalspiel
Nils Schmidbauer, Pressesprecher von Verdi Bayern, erklärte: "Verdi hat keine Sonderregelungen oder Ausnahmen für einzelne Veranstaltungen getroffen." Der Streik ziele darauf ab, den Druck auf die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen zu erhöhen. Schmidbauer fügte hinzu, dass Entscheidungen über Fahrpläne ausschließlich beim Arbeitgeber lägen. Die zeitweise Inbetriebnahme bestimmter Verbindungen sei eine organisatorische Maßnahme der Verantwortlichen vor Ort, an der Verdi nicht beteiligt gewesen sei.
Betriebslage: Mehr Personal als erwartet
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilte mit, dass sich mehr Mitarbeiter zum Dienst gemeldet hätten als erwartet. Dadurch konnte der U-Bahn-Betrieb auf dem Abschnitt zwischen Marienplatz und Fröttmaning bereits ab 10 Uhr starten. Zudem fuhren die Tram-Linien 20 und 25 im Zehn-Minuten-Takt. Bei den Bussen seien etwa drei Viertel aller Fahrzeuge unterwegs, da private Busunternehmen nicht bestreikt werden.
FC Bayern appelliert an Fans
Der FC Bayern München rief seine Fans auf, die Anreise zum Pokalspiel gut zu planen und frühzeitig zum Stadion aufzubrechen. Die Allianz Arena öffnete ab 18:30 Uhr. Für den Abend richtete die MVG einen Sonderbetrieb ein, mit U-Bahnen zwischen Marienplatz und Fröttmaning von 17:30 Uhr bis Betriebsschluss. Zusätzliche Bus-Shuttles wurden vom FC Bayern Campus eingesetzt.
Kritik an Streikbrechern
Alfred Köhler, Vertrauensmann der Stadtwerke München, kritisierte während einer Kundgebung, dass es in München Streikbrecher gebe. Er betonte: "Heute ist kein Arbeitstag, heute ist Verdi-Streiktag!" Die frühe Inbetriebnahme der U-Bahn sei auf die Gewerkschaft Nahverkehrsgesellschaft zurückzuführen, die den Warnstreik boykottiere.
Tarifverhandlungen und Ausblick
Verdi fordert in den Tarifverhandlungen eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte lehnen dies als zu teuer ab. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Freitag geplant. Der Streik dauert bis in den frühen Donnerstagmorgen, ein geregelter Betrieb wird erst danach erwartet.



