Die Suche nach dem geraubten Goldschatz von Manching in Plate bei Schwerin geht in die Verlängerung. Am zweiten Einsatztag blieb die Bilanz ernüchternd, doch die Ermittler geben nicht auf. Mit Spürhunden, einem Röntgengerät und schwerem Gerät wird das Gelände durchkämmt.
Hintergründe der Suche
483 keltische Münzen und ein Goldklumpen, insgesamt rund 3,7 Kilogramm schwer und über 2000 Jahre alt, wurden im November 2022 aus einem Museum in Bayern gestohlen. Ein Teil wurde später sichergestellt und eingeschmolzen, doch 411 Münzen (etwa drei Kilogramm Gold) sind weiterhin verschwunden. Die Suche in Plate konzentriert sich auf das Grundstück des mutmaßlichen Haupttäters, eines 49-Jährigen, der zu elf Jahren Haft verurteilt wurde.
Einsatzkräfte und Technik
Neben den Kunstfahndern des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) sind Ermittler aus Mecklenburg-Vorpommern, die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes, Zollbeamte aus Stralsund sowie eine internationale „Heritage Crime Task Force“ unter Leitung der OSZE beteiligt. Forensik-Experten aus mehreren Ländern unterstützen die Aktion. Ein Röntgengerät des Hauptzollamtes Stralsund durchleuchtet große Gegenstände wie Kisten oder Möbel. Ein Unimog wird zum Heben, Schieben und Graben eingesetzt – sogar ein Baum wurde bereits aus der Erde gezogen, jedoch ohne Fund.
Bisherige Ergebnisse
„Bislang haben wir nichts Verwertbares finden können, weder Geld noch Gold. Aber wir geben so schnell nicht auf“, sagte LKA-Sprecher Fabian Puchelt am Dienstagnachmittag. Kleine gelbe Fähnchen mit der Aufschrift „Evidence – Do not touch“ markieren Beweisstücke, doch deren Bedeutung bleibt unklar. Die Suche wurde am Dienstagabend verlängert: „Wir werden auf jeden Fall auch am Mittwoch noch die Suche fortführen“, so Puchelt. Wie lange der Einsatz insgesamt dauert, ist offen.
Verbindung zum Haupttäter
Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit einem neuen Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche, auch gegen die Lebensgefährtin des Hauptverdächtigen. Sie soll von den Taten gewusst und beim Umgang mit mutmaßlich illegalem Geld geholfen haben. Der Haupttäter sitzt in Haft, sein Verteidiger hat Revision eingelegt.
Die Suche in Plate ist eine der aufwendigsten Aktionen nach Diebesgut der letzten Jahre. Der Fund des Goldschatzes wäre nicht nur für die Ermittler und das Land Bayern von enormer Bedeutung, sondern auch für das laufende Verfahren gegen den Haupttäter.



