München steht ein spektakulärer Umbau bevor: Die Ludwigstraße und der Odeonsplatz im Herzen der Stadt sollen grüner werden und Autos weniger Platz bieten. Die Stadt hatte zu diesem Zweck einen Architekturwettbewerb ausgelobt, dessen Sieger nun feststeht. Das renommierte Pariser Büro Michel Desvigne Paysagiste SARL überzeugte die Jury mit einem visionären Konzept, das die historische Achse neu interpretiert.
Weniger Autos, mehr Grün
Der Siegerentwurf sieht vor, den Fahrzeugverkehr auf der Ludwigstraße drastisch zu reduzieren. Statt breiter Fahrbahnen sollen künftig großzügige Grünflächen und Aufenthaltsbereiche den Raum prägen. Der Odeonsplatz, bisher stark von Autos dominiert, soll zu einer fußgängerfreundlichen Zone mit Bäumen und Sitzgelegenheiten umgestaltet werden. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu steigern und das Stadtklima zu verbessern.
Ein grünes Band durch die Innenstadt
Die Planung sieht vor, die Ludwigstraße in einen grünen Boulevard zu verwandeln, der sich vom Odeonsplatz bis zum Siegestor erstreckt. Geh- und Radwege werden verbreitert, neue Bäume gepflanzt und versickerungsfähige Flächen geschaffen, um Regenwasser besser aufzunehmen. Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr soll verbessert werden, um den Umstieg auf Bus und Bahn zu erleichtern.
Bürgerbeteiligung und nächste Schritte
Der Wettbewerb war Teil eines breiten Beteiligungsprozesses, bei dem Münchner Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbringen konnten. Nun soll der Siegerentwurf in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet werden. Baubeginn könnte frühestens 2028 sein, die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Die Stadt verspricht sich von dem Umbau nicht nur mehr Lebensqualität, sondern auch eine Stärkung des Tourismus und des Einzelhandels.
Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigte sich begeistert: „Dies ist ein Meilenstein für die Stadtentwicklung Münchens. Wir schaffen einen Ort, der Menschen zusammenbringt und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels begegnet.“ Auch die Opposition im Stadtrat begrüßte den Entwurf grundsätzlich, forderte aber eine genaue Prüfung der Verkehrsauswirkungen.



