Potsdam wird zur Filmkulisse: Dreharbeiten verwandeln Alten Markt in Berlin der 1920er Jahre
Potsdam: Dreharbeiten verwandeln Alten Markt in 1920er Berlin

Potsdam als Filmkulisse: Historischer Alten Markt wird für Dreharbeiten gesperrt

Ein ungewöhnliches Bild bietet sich derzeit im Herzen von Potsdam: Der historische Alte Markt ist komplett für den Verkehr gesperrt und verwandelt sich in eine Filmkulisse aus den späten 1920er Jahren. Zeitungskioske im historischen Stil, alte Haltestellen und mehrere Oldtimer katapultieren den Platz zurück ins vergangene Jahrhundert. Sogar der Brandenburger Landtag wird für die Dreharbeiten zum "Hotel Adelsburg" umgestaltet.

Internationale Produktion mit Arbeitstitel "Alex"

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich bei der Produktion um eine Arbeit des renommierten Studio Babelsberg. Der Arbeitstitel lautet "Alex", was auf eine Verbindung zur Verfilmung des Romans "Metropolis" von Philip Kerr hindeutet. Bei diesem Buch, das im Berlin der späten 1920er Jahre spielt, arbeitet der Protagonist Bernie Gunther als Polizist an der Polizeistation am Alexanderplatz.

Für die Regie zeichnet Luke Snellin verantwortlich, der auch bei "Berlin Noir" von Apple TV Regie führt - der Verfilmung genau jenes Romans. Die Kameraarbeit übernimmt Adam Lyons, wie auf den Klappen der Dreharbeiten zu erkennen ist. Die Produktion gehört zu mehreren internationalen Serien, die derzeit gleichzeitig im Studio Babelsberg entstehen.

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Studio Babelsberg wieder voll ausgelastet

Jörg Bachmaier, Vorstandschef von Studio Babelsberg, bestätigte kürzlich, dass das traditionsreiche Filmstudio nach einigen schwierigen Jahren wieder voll ausgelastet ist. Bereits im Februar wurden drei internationale Serien für Streamingdienste parallel produziert, wobei Bachmaier allerdings nur die Netflix-Serie "The Boys from Brazil" nennen durfte.

Die Dreharbeiten am Alten Markt finden den ganzen Donnerstag statt, wobei die Genehmigung nach Angaben von Stadtsprecherin Christine Homann von den frühen Morgenstunden bis in die späten Abendstunden reicht. Besucher des Landtags müssen während dieser Zeit einen alternativen Zugang nutzen.

Potsdam als traditionsreicher Filmstandort

Potsdam blickt auf eine lange Filmgeschichte zurück, die bis ins Jahr 1911 reicht. Die Stadt trägt nicht umsonst den Titel "Unesco Creative City of Film". Mit seinen historischen und wiedererbauten Gebäuden ist Potsdam ein äußerst beliebter Drehort für nationale und internationale Produktionen.

Erst kürzlich wurden viele Szenen der erfolgreichen Amazon-Prime-Serie "Maxton Hall" in Potsdam gedreht - ebenfalls am Alten Markt, wo die Nikolaikirche kurzerhand zur Universität Oxford wurde. Auch das Museum Barberini, das derzeit die Ausstellung "Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland" zeigt, ist von den aktuellen Dreharbeiten betroffen und nur über die Rückseite an der Alten Fahrt erreichbar.

Historischer Platz mit besonderem Flair

Der Alte Markt, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts unter Friedrich dem Großen unweit der Havel als römischer Platz gestaltet wurde, beherbergt einige der bedeutendsten Gebäude Potsdams: den Brandenburger Landtag, die Nikolaikirche, das Alte Rathaus, das Potsdam Museum und das Museum Barberini. Zahlreiche Restaurants und Cafés säumen den Platz, der normalerweise ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen ist.

Die aktuelle Filmproduktion unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Potsdams als Filmstandort und zeigt, wie historische Kulissen für zeitgenössische Produktionen genutzt werden können. Für die Anwohner und Besucher bedeutet dies zwar vorübergehende Einschränkungen, doch gleichzeitig erleben sie hautnah, wie Filmgeschichte entsteht.

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