Potsdam verwandelt sich in Berlin der 1920er: Dreharbeiten am Alten Markt
Potsdam wird zu Berlin der 1920er: Dreharbeiten am Alten Markt

Potsdamer Altstadt wird zur Filmkulisse: Historische Verwandlung am Alten Markt

Ein ungewöhnliches Bild bietet sich derzeit in der brandenburgischen Landeshauptstadt: Der historische Alte Markt in Potsdam hat sich für einen ganzen Tag in das Berlin der späten 1920er Jahre verwandelt. Wegen umfangreicher Dreharbeiten wurde der zentrale Platz komplett gesperrt und erlebt eine faszinierende Zeitreise ins vergangene Jahrhundert.

Geheimnisvolle Filmproduktion mit historischem Flair

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich bei der mysteriösen Produktion um ein Projekt des legendären Studio Babelsberg. Die berühmte Filmschmiede, die sich als ältestes Großatelier-Filmstudio der Welt bezeichnet, hüllt sich allerdings in Schweigen und gibt keine offiziellen Auskünfte zu den laufenden Aufnahmen.

Die aufwendige Kulisse am Alten Markt beeindruckt mit zahlreichen historischen Details: Ein originalgetreuer Zeitungskiosk im Stil der Weimarer Republik, eine nostalgische Straßenbahnhaltestelle und mehrere sorgfältig restaurierte Oldtimer katapultieren Besucher direkt in die Atmosphäre der späten Zwanzigerjahre. Selbst der Brandenburger Landtag erhielt eine temporäre Verwandlung und präsentiert sich als fiktives "Hotel Adelsburg".

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Internationales Filmteam und bekannte Regie

Verantwortlich für die Inszenierung zeichnet der britische Regisseur Luke Snellin, während Adam Lyons für die Kameraführung verantwortlich ist. Diese Informationen konnten von einer professionellen Filmklappe abgelesen werden, die am Drehort ausgestellt war. Snellin ist insbesondere bekannt als Regisseur der Apple-TV-Serie "Berlin Noir", einer Verfilmung des Philip-Kerr-Romans "Metropolis".

Interessanterweise spielt genau diese literarische Vorlage ebenfalls im Berlin der späten 1920er Jahre und handelt von Kommissar Bernie Gunther, der an der Polizeistation am Alexanderplatz arbeitet. Dies passt perfekt zum aktuellen Arbeitstitel der Potsdamer Produktion: "Alex". In der bereits erwähnten Serie "Apple Noir" sind zudem namhafte Schauspieler wie Jack Lowden, Colin Firth und Jessica Gunning zu sehen.

Studio Babelsberg erlebt Renaissance

Jörg Bachmaier, Vorstandschef des Studio Babelsberg, bestätigte kürzlich, dass das traditionsreiche Filmstudio nach einigen wirtschaftlich schwierigen Jahren wieder voll ausgelastet ist. Bereits im Februar wurden Informationen bekannt, dass gleichzeitig drei internationale Serienproduktionen für verschiedene Streamingdienste in Babelsberg realisiert werden. Allerdings durfte Bachmaier öffentlich nur die Netflix-Serie "The Boys from Brazil" nennen.

Potsdam als etablierter Filmstandort

Die Filmgeschichte Potsdams reicht bis ins Jahr 1911 zurück, wobei das Studio Babelsberg stets eine zentrale Rolle spielte. Die UNESCO verlieh der Stadt sogar den prestigeträchtigen Titel "Creative City of Film". Mit seiner einzigartigen Mischung aus historischer Bausubstanz und aufwendig rekonstruierten Gebäuden entwickelt sich Potsdam kontinuierlich zu einem der beliebtesten Drehorte Deutschlands.

Erst kürzlich diente der Alte Markt bereits als Kulisse für die erfolgreiche Amazon-Prime-Serie "Maxton Hall", in der die Nikolaikirche kurzerhand zur Universität Oxford umfunktioniert wurde. Die aktuelle Drehgenehmigung, so Stadtsprecherin Christine Homann, gilt von den frühen Morgenstunden bis in die späten Abendstunden und beeinflusst damit den gesamten Tagesablauf am historischen Platz.

Einschränkungen für Kulturinstitutionen

Die umfangreichen Filmaufnahmen bringen einige praktische Einschränkungen mit sich: Das Museum Barberini, das derzeit die Ausstellung "Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland" präsentiert, ist während der Dreharbeiten nur über den rückwärtigen Zugang an der Alten Fahrt erreichbar.

Ebenso informierte der Brandenburger Landtag seine Besucher über alternative Zugangsmöglichkeiten: Statt des Haupteingangs durch das Fortunaportal muss der Innenhof über eine seitliche Kolonnade betreten werden. Diese temporären Veränderungen zeigen, welchen Aufwand eine professionelle Filmproduktion in der Innenstadt mit sich bringt.

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Der Alte Markt, der Mitte des 18. Jahrhunderts unter Friedrich dem Großen in unmittelbarer Havelnähe als römischer Platz gestaltet wurde, beherbergt neben dem Landtag und der Nikolaikirche auch das Alte Rathaus, das Potsdam Museum und das Museum Barberini. Zahlreiche Restaurants und Cafés säumen den historischen Platz, der normalerweise zu den belebtesten Orten der Landeshauptstadt zählt.