Schwarze Komödie 'How to Make a Killing: Todsicheres Erbe' startet in den Kinos
Aus einer makabren wie vielversprechenden Idee entwickelt sich in How to Make a Killing: Todsicheres Erbe eine bissige Satire über menschliche Gier, familiäre Herkunft und äußerst kreative Formen der Problemlösung. Der zweite Langfilm von Regisseur John Patton Ford erzählt die Geschichte von Beckett Redfellow, gespielt von Glen Powell, der für ein Erbe von 28 Milliarden Dollar bereit ist, sieben Verwandte aus dem Weg zu räumen.
Vom Rand der Dynastie in den Todestrakt
Die Handlung wird aus der Perspektive des Protagonisten erzählt, der sich bereits im Todestrakt befindet – ein Erzählrahmen, der von Anfang an deutlich macht, wohin diese Reise führen wird. Beckett Redfellow verfügt über alles, was man für einen gesellschaftlichen Aufstieg benötigt: Witz, Stil, Bildung und unbestreitbaren Charme. Doch das gewaltige Vermögen, das ihm seiner Überzeugung nach zusteht, bleibt ihm verwehrt.
Seine Mutter Mary, einst Erbin des mächtigen Redfellow-Imperiums, wurde bei Becketts Geburt von der einflussreichen Familie verstoßen, weil sie sich weigerte, das Kind eines wenig erfolgreichen Musikers abzutreiben. Sie zog ihn allein unter einfachen Verhältnissen groß und starb früh, sodass Beckett in verschiedenen Pflegefamilien aufwuchs – geprägt von Entbehrung und dem nagenden Gefühl, um sein rechtmäßiges Erbe gebracht worden zu sein.
Sieben Hindernisse auf dem Weg zum Milliardenvermögen
Als Erwachsener arbeitet Beckett in einem Herrenausstatter, doch der Gedanke an die Welt der Redfellows lässt ihn nicht los. Aus dem Kindheitstraum wird eine regelrechte Obsession: seinen Platz im Familienimperium einzunehmen. Das Problem: Zwischen ihm und dem Vermögen stehen sieben Verwandte – ein Hindernis, das Beckett zu radikalen Lösungen treibt.
Die Mordsequenzen sind einfallsreich und mitunter fast verspielt inszeniert, sodass trotz der Vielzahl an Todesfällen kaum Monotonie aufkommt. Stattdessen entfaltet der Film ein makabres Vergnügen, das von der kreativen Vielfalt seiner „Unfälle“ lebt:
- Ein Broker verunglückt auf dem Jetski
- Ein Künstler kommt in seinem Fotolabor ums Leben
- Eine andere Verwandte ereilt ihr Schicksal ausgerechnet beim Wellness
Während ein Redfellow nach dem anderen unter mysteriösen Umständen das Zeitliche segnet, muss Beckett zugleich zwischen neuer Liebe, alter Jugendliebe und wachsender Skrupellosigkeit balancieren.
Makabrer Charme statt satirischer Schärfe
Das offensichtliche Vorbild von How to Make a Killing: Todsicheres Erbe ist der britische Klassiker Adel verpflichtet (im Original Kind Hearts and Coronets aus dem Jahr 1949), der mit schwarzem Humor und satirischer Schärfe als Meilenstein des Nachkriegskinos gilt. Auch Fords Neuinterpretation blickt mit spürbarem Vergnügen auf die Welt der Reichen und Privilegierten, bleibt dabei jedoch eher zurückhaltend in der Zuspitzung.
So entsteht eine schwarzhumorige Aufstiegsgeschichte, die mehr auf makabren Charme als auf beißende Satire setzt. Getragen wird der Film maßgeblich von Glen Powell (bekannt aus A Killer Romance und Top Gun: Maverick), der Beckett mit einer faszinierenden Mischung aus Charme, Witz und wachsender Skrupellosigkeit darstellt.
Den bitterbösen Schlusspunkt setzt schließlich die ironische Volte, dass Beckett für einen Mord verurteilt wird, der nicht auf sein Konto geht. Doch damit ist die Geschichte noch längst nicht zu Ende – ein Hinweis darauf, dass die makabre Reise des Erbschleichers möglicherweise weitere unerwartete Wendungen bereithält.



