Musiktheater-Biennale startet mit gemischten Premieren
Musiktheater-Biennale: Gemischter Auftakt

Die diesjährige Musiktheater-Biennale in München hat mit zwei Premieren begonnen, die unterschiedlich überzeugen konnten. Die neue Leitung des Festivals, Karin Beck und Manuela Kerer, präsentierte zunächst Zara Alis Oper „Codeborn“ im Muffatwerk, die jedoch nicht alle Erwartungen erfüllte.

„Codeborn“: Ein quantenphysikalisches Experiment auf der Bühne

Die Bühne ist mit leeren Getränkedosen übersät, der Schlagzeuger lässt sie mikrofonverstärkt aufploppen. Der Bariton singt ausführlich über ein bekanntes Erfrischungsgetränk, das angeblich nach Zitrone schmeckt, aber keinen Fruchtsaft enthält. Viel Nebel wird in die Halle geblasen, und das Publikum bekommt Durst. Doch das ist nicht das eigentliche Thema: „Codeborn“ handelt von einem quantenphysikalischen Experiment, das sowohl Versuchspersonen als auch Betrachter verändert. Eine Stimme aus dem Off kündigt dies an, aber das Versprechen wird nicht eingelöst.

Ein Paar mit Beziehungsproblemen liegt auf einem Bett, umgeben von rot lackierten Uniformierten, die sich als Mitglieder des Ensemble Phace entpuppen. Am Ende bilden sie eine beeindruckende Körperskulptur. Doch insgesamt passiert eine Stunde lang nur, was Theaterbesucher schon oft gesehen haben: existenzielle Gefangenschaft. Der Mann stirbt unter Pizzakartons, während das Regieduo Florentine Klepper und Deva Schubert mit Lichteffekten rettet, was zu retten ist.

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Die Musik nähert sich mit E-Gitarre und Synthesizern der Pop-Sphäre an, bleibt aber oft nur Klangkulisse. Der Gesang erinnert an den frühen, barock beeinflussten Benjamin Britten. Der bombastische Schluss verbindet Carl Orff mit Minimalismus – ein Déjà-vu.

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