Tanz und Ping Pong: Jugendliche aus Frankreich und Neustrelitz vereint
Tanz und Ping Pong vereinen Jugendliche aus zwei Ländern

Offiziell hat die Stadt Neustrelitz keine Partnerstadt in Frankreich. Inoffiziell gibt es jedoch enge Kontakte zwischen dem Tanzhaus der Deutschen Tanzkompanie und einem Jugendclub in der südfranzösischen Stadt L'Isle-sur-la-Sorgue. Nach einem erfolgreichen Besuch im vergangenen Jahr fand nun der Gegenbesuch statt.

Thematische Nähe zum Tanzkompanie-Stück „Erde“

Marco Zabel, Geschäftsführer der Tanzkompanie, bezeichnete die Idee, den Aufenthalt genau in die Zeit vor der Uraufführung „Erde“ zu legen, als naheliegend und zugleich verrückt. Das Stück thematisiert den Planeten Erde als Lebensraum aller Menschen und Raum der Begegnung unterschiedlicher Kulturen – genau das, was der Besuch der Jugendlichen widerspiegelt.

Bereits vor einem Jahr waren Tänzerinnen des Tanzhauses, Tanzhaus-Leiterin Lenka Liebling und ihre Kollegin Petra Grunst in L'Isle-sur-la-Sorgue empfangen worden. Nun kümmerten sie sich um die Jugendlichen aus der Kleinstadt nahe Avignon. Zwei Betreuer und eine Übersetzerin nahmen die 16-stündige Anreise nach Neustrelitz auf sich. Das Programm war vollgepackt: Eine Floßtour, der Besuch der ehemaligen Stasi-Haftanstalt in der Töpferstraße und eine Fahrt nach Berlin standen auf dem Plan.

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Kontakte seit 2024

Der Kontakt zwischen dem Tanzhaus und dem französischen Jugendclub begann 2024 unter Vermittlung des Neustrelitzer Vereins StädteBande. Damals wurde das Netz gesponnen, doch nun laufe alles wie von selbst, findet Vorsitzender Ralf Milbredt. Die Vereinsmitglieder seien mittlerweile nur noch „Nebendarsteller“, was in Ordnung sei.

Das Programm umfasste auch eine Sprachanimation, bei der die Jugendlichen die Körperteile in beiden Sprachen lernten und anschließend in tänzerischer Bewegung erkundeten. Einige kannten sich bereits aus früheren Treffen, die Vertrautheit war ihnen anzumerken.

Deutsch-französische Choreografie

Die Verständigung wurde beim Workshop mit Lenka Liebling auf die Probe gestellt. Die Jugendlichen übten einzelne Tanzbewegungen und eine ganze Choreografie zu „High Hopes“ von Panic! at the Disco ein, bei der deutsche und französische Jugendliche abwechselnd platziert wurden. „Die Kinder sind super“, lobte die Tanzpädagogin.

Es gab charmante Anekdoten: Ein Jugendlicher zeigte, wie er seinen Fuß nach unten knicken konnte. Lenka Liebling wollte mit Ballettschuhen demonstrieren, dass diese Schutz bieten – doch die Schuhe waren dem Jungen zu klein. Als die Mädchen des Tanzhauses ihre Choreografien vorstellten und Amelie nach einem Gruppentanz zu einem Solo gebeten wurde, musste die überraschte junge Frau erst einmal ihren Atem kontrollieren. Am Ende erhielt sie umso mehr Applaus.

Ein Besuch im Ping Pong Salon in der Elisabethstraße stand ebenfalls im Zeichen der Bewegung. Sprachliche Grenzen verschwammen im Mix aus Deutsch, Französisch und Englisch. Vor allem der Sport war die Sprache. Beim schnellen Spiel gab es viel zu lachen, auch als ein Mädchen halb im Scherz in einen Nebenraum ging und Betreuer Antonio Valero auf Französisch sagte: „Julia ist traumatisiert.“ Für diesen Satz war keine Übersetzung nötig.

Im Landestheater bis unter die Bühne

Viel Übersetzung erforderte dagegen der Besuch im Landestheater. Vor dem Bühneneingang erzählte Marco Zabel etwas zur Geschichte. Anschließend ging es durch den Backstage-Bereich, den die deutschen Jugendlichen von Auftritten wie dem „Winterzauber“ kannten. Die Besucher lernten auch Inspizientin Diana Olbert kennen, die den künstlerischen und technischen Ablauf auf der Bühne koordiniert. Eine passende Übersetzung für diese Berufsbezeichnung ins Französische zu finden, war nicht einfach.

Dicht gedrängt an einer Seite der Bühne erlebten die Jugendlichen, wie das Ensemble der Tanzkompanie den letzten Probentag für „Erde“ begann. Pavel Stoiko, hauptsächlich für den Ton verantwortlich, führte sie unter die Drehbühne, wo es zwischendurch plötzlich knallte. „Das sind die Tänzer über uns, das ist ganz normal“, erklärte Stoiko.

Viele Stunden Bewegung machen müde

Als die Jugendlichen vom Rang aus dem Ensemble zuschauten, machte sich nach dem vollen Programm allmählich Müdigkeit breit. Dennoch ist ein nächster Besuch aus der Residenzstadt in Frankreich für den Herbst bereits geplant. Nur wenige Details müssen noch geklärt werden, verriet Betreuer Antonio Valero.

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