Auschwitz-Überlebende fordern europaweite Konzertverbote für Kanye West nach britischem Vorbild
Die Entscheidung der britischen Regierung, dem umstrittenen US-Rapper Kanye West die Einreise zu verweigern, stößt bei Holocaust-Überlebenden auf breite Zustimmung. Nun fordern sie von anderen europäischen Staaten, diesem Beispiel zu folgen und geplante Auftritte des Musikers zu verhindern.
Internationale Solidarität mit britischer Entscheidung
Christoph Heubner vom Internationalen Auschwitz Komitee erklärte während eines Aufenthalts in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, dass Überlebende weltweit die britische Maßnahme mit großer Erleichterung und Zustimmung aufgenommen hätten. Sie dankten dem britischen Premierminister Keir Starmer ausdrücklich für seine klare Haltung und hoffen, dass diese von anderen europäischen Regierungen übernommen wird.
Geplante Auftritte in Polen und Italien sorgen für Empörung
Hintergrund der Forderungen sind geplante Konzerte des Rappers in Polen und Italien im Sommer 2026. Laut Heubner sind Auftritte für Juni und Juli im polnischen Chorzów sowie in der italienischen Region Emilia-Romagna vorgesehen. Die Überlebenden appellieren an Veranstalter, die Einladungen zurückzuziehen, und an Regierungen, mögliche Einreisen zu verhindern.
Begründung: Verletzende Äußerungen und Förderung von Antisemitismus
Zur Begründung ihrer Forderung verwies Heubner auf frühere öffentliche Äußerungen des Künstlers. Diese hätten nicht nur Überlebende des Holocaust und ihre Familien zutiefst verletzt, sondern könnten auch antisemitische Einstellungen in der Gesellschaft fördern. Die britische Regierung hatte ihre Entscheidung mit der zutiefst besorgniserregenden Planung von West-Auftritten bei einem Londoner Festival begründet.
Wiederholte Kontroversen um den Rapper
Kanye West war in der Vergangenheit immer wieder mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er ein Lied mit dem Titel Heil Hitler, was weltweit für Empörung sorgte. Anfang 2026 versuchte der Rapper in einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal um Entschuldigung zu bitten und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.
Dennoch bleiben die Bedenken der Holocaust-Überlebenden und ihrer Unterstützer bestehen. Sie betonen, dass die Verantwortung für den Schutz vor antisemitischer Hetze bei Regierungen und Veranstaltern liege und fordern ein klares Signal gegen jegliche Form von Hassrede.



