Verein entsetzt: Chroniken im Hausmüll entsorgt – 120.000 Fotos in Gefahr
Chroniken im Hausmüll: Verein alarmiert

Ein Traditionsverein in der Uckermark zeigt, wie lebendig Heimatgeschichte sein kann. In Prenzlau wächst ein Archiv mit fast 120.000 Fotos – doch der Verein ist entsetzt: Immer wieder werden liebevoll gesammelte Chroniken im Hausmüll entsorgt.

Jahreshauptversammlung mit beeindruckendem Tätigkeitsbericht

Vorstand und Mitglieder des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau e.V., einschließlich der Ortsgruppen in Fürstenwerder, Brüssow und Gramzow, haben im Jahr 2025 Beachtliches geleistet. Entsprechend umfangreich fiel der Tätigkeitsbericht aus, den der Vereinsvorsitzende Jürgen Theil am 9. Mai auf der Jahreshauptversammlung im WOBA-Saal in der Prenzlauer Friedrichstraße vorstellte.

Buchprojekte und Veranstaltungen

Der Verein organisierte eine ganze Reihe von Veranstaltungen zu diversen Themen der uckermärkischen Geschichte, unterstützte verschiedene Forschungs- und Buchprojekte, setzte seine eigene Publikationstätigkeit fort und beantwortete zahlreiche Anfragen. Dieses Mal ehrte der Verein Margit Glowe und Horst Mallow für ihr langjähriges Engagement. Theil dankte außerdem allen Vereinsmitgliedern, Freunden, Förderern, Sponsoren und Kooperationspartnern; ohne sie wäre die Vereinsarbeit undenkbar.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wachsende Archive: Bibliothek, Zeitungsarchiv, Fotoarchiv

Der Verein unterhält in Prenzlau eine beständig wachsende Vereinsbibliothek zur Uckermärkischen Regionalgeschichte, die Interessenten zu den Öffnungszeiten nutzen können. Dasselbe gilt für das umfangreiche Zeitungsarchiv und das inzwischen fast 120.000 Lichtbilder umfassende Fotoarchiv. Eine der jüngsten Schenkungen mit Aufzeichnungen aus den 1950er Jahren ließ Jürgen Theil, Bodo Desjardins und Reinhard Timm lebhaft diskutieren.

Dachverein für Ortschronisten: Sammeln und Bewahren

Als Dachverein für die Ortschronisten der Uckermark wollen die Mitglieder nicht nur regionalgeschichtlich relevante Aufzeichnungen, Dokumente, Bücher und sonstige Publikationen sammeln. „Wir bemühen uns vor allem auch darum, Chroniken im Original oder in Kopie unserer Bibliothek hinzuzufügen“, erklärte Jürgen Theil. Diese Aufzeichnungen – oft nur handschriftlich oder in wenigen Exemplaren vorhanden – drohen nach dem Tod ihrer Verfasser für immer zu verschwinden.

Entsorgung von Chroniken: Ein schmerzhafter Verlust

„Es schmerzt uns jedes Mal“, versicherte Dr. Matthias Schulz, „wenn wir im Nachhinein erfahren, dass Erben Verstorbener – selbst verdienstvoller Ortschronisten – die oft über Jahrzehnte gesammelten Unterlagen bei Haushaltsauflösungen bedenkenlos entsorgen. Vor allem Schenkungen sind es, die unseren Sammlungsbestand wachsen lassen“, betonte er. „Es ist immer besser, erst uns zu kontaktieren, bevor etwas Unwiederbringliches verloren ist.“

34. Mitteilungsheft in Arbeit

Dr. Matthias Schulz betreut im Verein nicht nur die Homepage www.uckermaerkischer-geschichtsverein.de, die zahlreiche Recherchemöglichkeiten bietet. Er kümmert sich obendrein um die alljährliche Herausgabe des Mitteilungshefts des UGVP. Die Redaktion hat inhaltlich wie im stattlichen Umfang längst Buchqualität erreicht. Im 36. Jahr des Vereinsbestehens können sich die Mitglieder bereits auf Heft 34 freuen, das im Dezember erscheint.

Besuch der St.-Marienkirche

Am Sonnabendnachmittag besuchten die Mitglieder die Prenzlauer St.-Marienkirche. Kreiskantor Hannes Ludwig begrüßte sie dort persönlich. Nur wenige Tage vor der festlichen Einweihung der Hill-Orgel zog der Kreiskantor die Vereinsmitglieder mit seinen Ausführungen in den Bann. Am Ende faszinierten seine virtuos improvisierten Klangproben wohl jeden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration