Die „MS Völkerfreundschaft”, einst das stolze Aushängeschild der DDR-Flotte und Symbol des sozialistischen Wohlstands, wird nun endgültig verschrottet. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die zuständige Werft. Das Schiff, das über Jahrzehnte als Kreuzfahrtschiff unter sowjetischer und später deutscher Flagge fuhr, wird in seine Einzelteile zerlegt.
Ein Stück DDR-Geschichte verschwindet
Die „MS Völkerfreundschaft” war mehr als nur ein Schiff – sie war ein Prestigeobjekt der DDR und stand für die Verbundenheit der sozialistischen Staaten. Gebaut in den 1960er Jahren, diente sie vor allem der Unterhaltung von Partei- und Gewerkschaftsfunktionären. Nach der Wende wechselte sie mehrfach den Besitzer und wurde zuletzt als Museumsschiff genutzt. Doch die hohen Unterhaltskosten und fehlende Investitionen besiegelten ihr Schicksal.
Das Ende einer Ära
Die endgültige Verschrottung markiert das Ende einer Ära. Für viele Ostdeutsche war die „MS Völkerfreundschaft” ein Symbol für die vermeintliche Reisefreiheit innerhalb des Ostblocks. Nun bleibt nur die Erinnerung an ihre glorreichen Tage. Die Arbeiten auf der Werft sollen noch mehrere Wochen andauern, bis das Schiff komplett abgewrackt ist.
Die Nachricht von der Verschrottung hat in sozialen Medien und unter ehemaligen Besatzungsmitgliedern große Trauer ausgelöst. Einige hofften bis zuletzt auf eine Rettung des historischen Schiffs, doch die wirtschaftlichen Realitäten ließen keine andere Wahl. Die „MS Völkerfreundschaft” wird als Teil der deutschen Schifffahrtsgeschichte in Erinnerung bleiben.



