Netzwerktreffen zur „Straße des Niederdeutschen“ in Stavenhagen
Am 30. Mai 2026 wird in Stavenhagen nicht nur das „Plattdeutsche Wort des Jahres“ bekannt gegeben, sondern es sollen auch wichtige Weichen für die geplante Kulturroute „Straße des Niederdeutschen“ gestellt werden. Die Route soll Orte verbinden, die mit dem niederdeutschen Dichter Fritz Reuter in Verbindung stehen, und die niederdeutsche Sprache als lebendiges Kulturerbe erlebbar machen.
Hintergrund des Projekts
Bereits vor fast einem Jahr unterzeichneten die fünf Kommunen Stavenhagen, Mirow, Ivenack, Altentreptow und Siedenbollentin sowie die Stiftung Mecklenburg eine Kooperationsvereinbarung für die „Straße des Niederdeutschen“. In all diesen Orten finden sich Spuren von Fritz Reuter, dem bedeutendsten niederdeutschen Dichter. Das Ziel war und ist es, eine moderne Kulturroute zu schaffen, ähnlich der „Deutschen Märchenstraße“ oder der „Europäischen Route der Backsteingotik“. Doch das Projekt stockte zwischenzeitlich, als die Finanzierung für zwei Stellen im Reutermuseum in Stavenhagen aus einem Europäischen Fonds wegfiel. Museumsleiter Torsten Jahn blieb jedoch optimistisch und hielt an der Idee fest. Nun kommt wieder Bewegung in das Vorhaben.
Programm am 30. Mai
Der 30. Mai steht in Stavenhagen ganz im Zeichen der niederdeutschen Sprache. Um 10 Uhr wird das „Plattdeutsche Wort des Jahres 2026“ feierlich verkündet, um die Bedeutung des Niederdeutschen als Teil des norddeutschen Kulturerbes zu unterstreichen. Anschließend findet ein Symposium statt, zu dem Vertreter aus Kultur, Kommunen, Tourismus, Bildung und Politik eingeladen sind. Gemeinsam soll erörtert werden, wie die „Straße des Niederdeutschen“ weiterentwickelt werden kann. Ziel ist es, Kooperationen anzustoßen, gemeinsame Perspektiven zu erarbeiten und die Sichtbarkeit der niederdeutschen Sprache in Norddeutschland zu stärken.
Sprache als Erlebnis
„Die niederdeutsche Sprache verbindet Menschen, Regionen und Geschichte“, erklärte Torsten Jahn. „Mit der ,Straße des Niederdeutschen' möchten wir Orte, Initiativen und Institutionen miteinander vernetzen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen für die Lebendigkeit und Zukunft dieser Sprache setzen.“ Die Route soll nicht nur historische Stätten präsentieren, sondern auch digitale Vermittlungsformen nutzen, um die Sprache erlebbar zu machen. Niederdeutsch war zur Blütezeit der Hanse vom 13. bis 16. Jahrhundert eine Weltsprache und soll nun wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden.
Ausblick und Beteiligung
Langfristig ist eine kultur-touristische Route geplant, die über regionale Grenzen hinausführt und Zugänge zu Sprache, Literatur, Kultur und Geschichte eröffnet. Das Treffen am 30. Mai dient dem offenen Austausch und der Ideenfindung. Interessierte können sich beim Literaturmuseum in Stavenhagen anmelden unter frlm-mv.de/event/vernetzungstreffen-symposium-strasse-des-niederdeutschen. Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Landes finanziert und durch Kultur Land MV unterstützt.



