Die Woldegker Seemühle, auch Fröhlcke Mühle genannt, soll eine neue Zukunft erhalten. Die Stadt Woldegk, inzwischen Eigentümerin des imposanten Gebäudes und seiner Anbauten, plant, die historische Mühle mit einer Heimatstube und einer rekonstruierten Müllerwohnung wiederzubeleben. Ein Rundgang durch die Mühle offenbart eine faszinierende Zeitreise: Jede Etage entführt Besucher in eine längst vergangene Ära, als wäre der Müller nur kurz hinausgegangen.
Ein Schatz an historischen Gegenständen
Bei der Begehung fällt auf, dass dringend Ordnung geschaffen werden muss. In der Mühle stehen alte Möbel, die sich hervorragend eignen würden, um die ehemalige Müllerwohnung wieder zu möblieren. Der Müller lebte einst mit sieben Kindern im unteren Bereich der Seemühle. Die Räume sind groß und müssen teilweise entrümpelt werden – jedoch unter fachkundiger Aufsicht, denn in Ecken, Schubladen und Regalen lagern Schätze, die keinesfalls im Sperrmüll landen sollten. Dazu gehören ein völlig verstaubter Trabant 600, unzählige Kleinode aus DDR-Zeiten, Sprelacart-Tische, alte gerahmte Fotos, Grabplatten, Werkzeug und Holzbalken. All dies hat zumindest Potenzial für einen Flohmarkt, müsste aber geborgen und gereinigt werden.
Heimatstube und Mühlenarchiv geplant
Die ersten Ideen für die künftige Nutzung des Ensembles sehen vor, die Müllerwohnung in der Mühle wieder zu einer Wohnstätte zu machen. Jan Bauditz, Vorsitzender des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern, betont, dass dies ein einmaliger Zustand sei, der bei der Planung der Heimatstube berücksichtigt werden sollte. Im Mittelteil zwischen Mühle und Wohnhaus könnte die Heimatstube eingerichtet werden, zu der die ehemalige Müllerwohnung dann gehören würde. Zudem gibt es Überlegungen, das Mühlenarchiv des Mühlenvereins dort unterzubringen.
Geschichte der Fröhlcke Mühle
Die Fröhlcke Mühle wurde 1888 erbaut und produzierte bis Anfang der 1960er Jahre. Danach diente sie nur noch als private Gebäudeanlage mit Wohnungen. Die Seemühle ist eine runde Galerieholländermühle mit einem steinernen geteerten Rumpf und einer drehbaren geschweiften Haube. Im zweigeschossigen Unterbau und im Obergeschoss befand sich die Müllerwohnung. Später wurde zunächst ein Speicher angebaut, in den 1940er Jahren folgte ein zweigeschossiges Wohnhaus, in dem zwei separat zugängliche Wohnungen entstehen sollen. Die Stadt Woldegk möchte die historischen Schätze bewahren und der Mühle neues Leben einhauchen.



