Karin Bergmann wird erste Übergangs-Intendantin der Salzburger Festspiele
Bergmann erste Frau an Spitze der Salzburger Festspiele

Erste Frau übernimmt künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele

Nach einem heftigen Führungsstreit bei den Salzburger Festspielen hat das Kuratorium eine Übergangslösung gefunden: Die erfahrene Theatermanagerin Karin Bergmann übernimmt vorläufig die künstlerische Leitung des weltberühmten Festivals. Damit steht erstmals in der Geschichte des renommierten österreichischen Kulturereignisses eine Frau an der Spitze des künstlerischen Programms.

Wechsel nach Konflikt mit Vorgänger

Bergmann folgt auf Markus Hinterhäuser, der die Festspiele nach einem eskalierenden Konflikt mit dem Aufsichtsgremium verlassen musste. Die Trennung erfolgte Ende März, nachdem sich Differenzen über den Führungsstil des langjährigen Intendanten nicht mehr überbrücken ließen. Besonders kontrovers war die Suche nach einer neuen Theaterchefin oder einem neuen Theaterchef für die Festspiele gewesen.

Während das Kuratorium ein formelles Auswahlverfahren forderte, hatte Hinterhäuser Bergmann als Favoritin für diese Position benannt, obwohl sie sich keinem offiziellen Hearing gestellt hatte. Das Gremium kritisierte daraufhin nicht die Person Bergmann selbst, sondern die Vorgehensweise des Intendanten.

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Erfahrene Theaterexpertin aus dem Ruhrgebiet

Karin Bergmann bringt umfangreiche Erfahrung aus der deutschen und österreichischen Kulturszene mit. Von 2014 bis 2019 leitete sie das renommierte Wiener Burgtheater, eine der bedeutendsten Bühnen im deutschsprachigen Raum. Aktuell ist sie bei den Salzkammergut Festwochen in Gmunden für die Bereiche Theater und Literatur verantwortlich, die organisatorisch unabhängig von den Salzburger Festspielen agieren.

Ihre Herkunft aus dem Ruhrgebiet unterstreicht die überregionale Strahlkraft der Salzburger Festspiele, die regelmäßig internationale Künstler und Kulturschaffende anziehen.

Neue Unternehmenskultur mit Würde und Respekt

In ihrer neuen Rolle als Übergangsintendantin will Bergmann besonderen Wert auf bestimmte Werte legen. „Dabei sind mir Sorgfalt, Verlässlichkeit und eine Kultur von Würde, Respekt und Vertrauen besonders wichtig“, erklärte sie in einer Mitteilung des Festspiel-Kuratoriums.

Karoline Edtstadler, die Vorsitzende des Gremiums und gleichzeitig Regierungschefin des Bundeslandes Salzburg, zeigte sich überzeugt von der Wahl: „Bergmann wird mit ihrer Empathie, Menschenkenntnis und langjährigen Erfahrung für eine zeitgemäße Unternehmenskultur bei den Festspielen sorgen.“

Vorläufige Leitung bis 2027

Die Theaterexpertin wird die Festspiele voraussichtlich bis zum Jahr 2027 leiten, während das Kuratorium parallel eine dauerhafte Nachfolge für Markus Hinterhäuser sucht. Diese Übergangsphase soll genutzt werden, um die internen Strukturen zu stabilisieren und das künstlerische Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Salzburger Festspiele gehören zu den bedeutendsten Festivals für Oper, Konzert und Theater weltweit und ziehen jährlich tausende Besucher aus aller Welt an. Der Führungswechsel markiert einen wichtigen Moment in der Geschichte der Institution, die nun erstmals von einer Frau künstlerisch geleitet wird.

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