Magdeburg – Die Warnung von fast 30 sachsen-anhaltischen Kulturinstitutionen vor einer von der AfD angestrebten nationalistisch ausgerichteten Kulturpolitik hat nun auch das Landesnetzwerk der Kulturfördervereine aufgenommen. In einer aktuellen Stellungnahme erklärte das Netzwerk, dass die Pläne der AfD eine Einschränkung der Freiheit von Kunst und Kultur bedeuten würden.
Instrumentalisierung und Gängelung befürchtet
„Auch nach Einschätzung des Landesnetzwerks beinhalten die Pläne der AfD nichts anderes als eine Einschränkung der Freiheit von Kunst und Kultur durch die Instrumentalisierung und Gängelung von Kunst und Kultur nach nationalistischen Vorgaben“, hieß es in einer Mitteilung. Eine Umsetzung der angekündigten AfD-Kulturpolitik würde nicht nur Kultureinrichtungen ins Herz treffen, sondern auch die Arbeit der ehrenamtlichen Unterstützer in den Fördervereinen gefährden.
Landesnetzwerk vertritt rund 680 Vereine
Das Landesnetzwerk der Kulturfördervereine Sachsen-Anhalt versteht sich als Interessengemeinschaft für etwa 680 Kulturfördervereine und Freundeskreise aller Kultursparten im Bundesland. Es vertritt damit eine breite Basis bürgerschaftlichen Engagements für Kunst und Kultur.
27 Institutionen warnen vor neuer patriotischer Kulturpolitik
Bereits vor einer Woche hatten 27 Kulturinstitutionen – darunter Stiftungen, Museen, Theater und Kulturzentren – ihre Besorgnis geäußert. Sie befürchteten eine „Entwicklung, die die Freiheit der Kunst, die Offenheit der kulturellen Institutionen und die demokratisch verankerte Erinnerungskultur grundlegend infrage stellt“. Die AfD Sachsen-Anhalt kündigt in ihrem Programm für den Fall einer Regierungsübernahme eine „neue patriotische Kulturpolitik“ an.
AfD-Programm: Förderung nur für deutsche Identität
In ihrem Regierungsprogramm formuliert die AfD: „Die Kunstfreiheit ist kein Anspruch, alles Mögliche gefördert zu bekommen. Deshalb werden wir mit Staats- und Steuergeld vorwiegend solche Kunst fördern, die einen Beitrag zu deutscher Identitätsfindung leistet.“ Weiter heißt es: „Die Kulturpolitik muss den Deutschen ihr Selbstbewusstsein zurückgeben. Wir werden durch gezielte Maßnahmen und Bezugnahmen auf die guten Seiten der deutschen Geschichte eine unverkrampfte und auf gesunde Weise selbstbewusste deutsche Identität fördern.“
Diese Positionierung stößt bei den Kulturfördervereinen auf scharfe Kritik. Sie sehen darin einen Angriff auf die Vielfalt und Unabhängigkeit der Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt.



