Großes Finale für die Münchner Tatort-Ermittler
Der Abschied aus einem Tatort erfolgt oft auf blutige Tour. In den letzten Jahren wurde mehrmals die Ermordung der Ermittlungsfigur als Ausstiegsoption gewählt. Bei ihrer letzten Doppelvorstellung als Batic und Leitmayr am Osterwochenende spielten Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl mehrmals ironisch auf die Abgänge der Kolleginnen an.
Freundschaftsfeier statt Action-Thriller
Dieser Tatort war vor allem eine Freundschaftsfeier. Der in der Handlung mitangelegte Action-Thriller musste dafür zurückstecken. Die Münchner Ermittler gerieten zwar immer wieder in lebensbedrohliche Situationen, aber Batic sagte in einer Schlüsselszene: "Wir könnten doch ausmachen, dass wir uns im letzten Fall nicht erschießen lassen." Leitmayr antwortete trocken: "Das wär wirklich ein arges Klischee." Am Ende überlebten die beiden dann doch.
Zuvor gab es rührende Begegnungen mit alten Kollegen wie dem eigentlich im Vorruhestand in Thailand geglaubten Carlo Menzinger, der dann in einem ruckeligen Undercover-Subplot plötzlich in einer Tiefgarage auftauchte. Es ist ein Fest mitanzusehen, wie Nemec und Wachtveitl umeinander herumscharwenzeln, weil ihre ergrauten Ermittlerfiguren einfach nicht aussprechen können, was sie eigentlich voneinander wollen.
Generationenkonflikt und emotionale Zurückhaltung
In diesem Punkt sind Batic und Leitmayr Opfer ihrer Generation und ihrer Herkunft: 60-plus-Typen, die sich weigern, etwas über ihre Gefühle zu verraten, weil ihr Handeln ja angeblich für sich spricht. Tragikomisch agieren die beiden dann aneinander vorbei, um den anderen bloß nicht zu nah herankommen zu lassen. Haben die beiden ewigen Junggesellen denn immer noch nicht begriffen, dass sie füreinander geschaffen worden sind?
Natürlich durfte in diesem München-Tatort auch der frühzeitig pensionierte Zuarbeiter Kalli Hammermann, gespielt von Ferdinand Hofer, nicht fehlen. Er war diesmal ausnahmsweise recht genervt, weil Batic und Leitmayr auch nach ihrer Pensionierung so taten, als ob sie ihm gegenüber weisungsbefugt sind.
Neue Ära für den Münchner Tatort
Damit ist es jetzt endgültig vorbei. In Zukunft soll Hammermann ein Kollege vom SEK zur Seite stehen. Der heißt Nikola Buvak und wird von dem Schauspieler Carlo Ljubek verkörpert. In der Oster-Doppelfolge hatte er bereits einen kleinen Auftritt. Inzwischen sind schon zwei weitere Folgen mit dem Doppel Hammermann und Buvak abgedreht, die eine neue Ära für den Münchner Tatort einläuten werden.
Die Kritik bewertete den Abschiedskrimi mit 7 von 10 Punkten und würdigte insbesondere die chemische Verbindung zwischen Nemec und Wachtveitl, die über 35 gemeinsame Jahre hinweg eine einzigartige Dynamik entwickelt haben. Der Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen statt auf spektakuläre Action erwies sich als die richtige Entscheidung für diesen emotionalen Abschied.



