ZDF-Zweiteiler: Adele Neuhauser als rachsüchtige Mutter in „Mama ist die Best(i)e“
Adele Neuhauser als rachsüchtige Mutter im ZDF-Zweiteiler

Wien – Kaltschnäuzig und skrupellos gibt sich Unternehmer-Gattin Gloria hinter Gittern. „Du hast schon recht, I bin eine Sau, aber keine arme“, sagt sie eiskalt zu einer Mitgefangenen. „Aber dafür eine richtige.“ Nach zehn Jahren wird sie aus dem Gefängnis entlassen – am Todestag ihres Mannes, eines Schampus-Unternehmers, den sie auf dem Gewissen haben soll. Doch Gloria beteuert ihre Unschuld und schwört Rache, weil ihr alle in den Rücken gefallen seien: von den Kindern über ihren Lover bis hin zur ehemals besten Freundin. „Ich will den wahren Mörder meines Mannes finden“, kündigt sie an. Das ZDF zeigt den Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“ am Montag, den 18. Mai, ab 20.15 Uhr; der Streamingstart ist bereits am 10. Mai.

Von der Diva zur rachsüchtigen Ex-Gefangenen

Adele Neuhauser spielt die Hauptfigur Gloria. Anfangs ist sie eine überdrehte und abgehobene Society-Lady, die nicht einmal für ihre Enkelin ein Ohr hat. „Es hat mir tierischen Spaß gemacht, sie in dieser Oberflächlichkeit und weltfremden, selbstsüchtigen Manie zu zeichnen“, sagt die 67-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Und dann die Verwandlung nach zehn Jahren: Was ist da passiert, wie hat sie sich verändert, was hat sie gelernt?“ Mit ihrer arroganten, neureichen Art konnte Gloria im Gefängnis nicht bestehen. „Dass sie dieses Übertriebene, dieses Selbstverliebte ablegen musste, hat sie vielleicht mehr geerdet und mehr zu sich selbst gebracht.“ Die Zeit im Gefängnis habe Gloria genutzt, um Freundinnen zu finden, mit denen sie in der Gegenwart den wahren Mörder sucht.

Wortgefechte und Familiengeheimnisse

Neuhauser verkörpert ihre Figur mit der nötigen Bissigkeit, die Uli Brée ins Drehbuch geschrieben hat. Als Gloria nach Hause in das fürstliche Anwesen kommt, kommentiert sie: „Also dann, ab in die Hölle!“ Beim Abendessen steht auf ihrem Platz die Urne mit der Asche ihres Mannes. Wortgefechte sind ein zentraler Bestandteil der Spannungen zwischen den Familienmitgliedern. Als Gloria einst ihren Mann nach frustrierten Ehejahren fragte, warum sie sich nicht einfach scheiden ließen, antwortete er sarkastisch: „Dann hätte das Leiden ja ein Ende. Wer will das schon?!“

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Starke Frauen, starke Gefühle

Von einem Familienepos spricht Neuhauser, von einer Tragikomödie. Gloria sehe sich konfrontiert „mit all den Fehlern, die sie begangen hat, an ihren eigenen Kindern, an ihrer Familie, an falschen Freundschaften, die sie geschlossen hat“. Die Schauspielerin empfiehlt, auch auf die Freundin von Glorias Sohn zu achten sowie auf ihre Enkelin, „die sich nicht einfügen möchte in diesen Reigen der Lügen der Erwachsenen“. Insgesamt lebt die Geschichte von starken Frauenfiguren, jede auf ihre Art.

Das ZDF zeigt beide Filme hintereinander; im zweiten Teil kommen weitere Leichen hinzu. Wer alles in einem Rutsch sehen möchte, benötigt drei Stunden Zeit. „Ich glaube, man kann das dem Publikum zutrauen“, sagt Neuhauser. Durch verschiedene Zeitebenen werde es kurzweilig. Zudem geht es nicht nur um Rache und Versöhnung, sondern auch um Verletzlichkeit und Verzeihenkönnen. Die Spannungen innerhalb der Familie sind für Außenstehende mit Vergnügen zu beobachten, und manche überraschende Wendung kommt hinzu.

Komödie macht immer Laune

Dass das eine oder andere etwas übertrieben daherkommt, ist aus Neuhausers Sicht vertretbar. „Die Komödie verträgt Überzeichnung und gerade diese, in diesem Setting, verträgt es total.“ Es wäre schade, wenn man sich nicht darauf einlassen würde. „Gerade durch eine so negativ belastete Gesellschaft, in der wir uns da anfänglich bewegen, lernen wir auch ein bisschen was“, findet die Schauspielerin. „Dass sich dieses Selbstbezogene, dieses Abgehobene, das Geld, die Macht über andere und Skrupellosigkeit irgendwann mal in einem Zusammenbruch eines Kartenhauses auflösen. Das finde ich sehr vergnüglich und beruhigend.“ Parallelen dazu finde man in der echten Welt zur Genüge.

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Entsprechend gut war auch die Stimmung am Set in Wien und Umgebung. Elena Uhlig, Manuel Rubey, Stefanie Stappenbeck, Lara Mandoki, Aglaia Szyszkowitz und Roland Koch sind nur einige Namen aus dem Cast. „Das war eine wunderschöne Stimmung, weil wir uns auch zum größten Teil kennen und schätzen“, sagt Neuhauser. „Und Komödie macht ja immer Laune, wir hatten herrlichstes Wetter, und wir hatten wunderschöne Motive. Es war durch die Bank eigentlich ein großes Vergnügen.“