Auswärtiges Amt kritisiert Goethe-Institut für Kooperation mit umstrittener Künstlerin in Vilnius
Goethe-Institut in Vilnius: Kritik wegen Künstlerin mit Antisemitismusvorwürfen

Kunstausstellung in Vilnius löst diplomatische Verstimmung aus

Das Auswärtige Amt hat das Goethe-Institut wegen seiner Beteiligung an einer umstrittenen Kunstausstellung in der litauischen Hauptstadt Vilnius gerügt. Im Zentrum der Kritik steht die Zusammenarbeit mit einer palästinensisch-amerikanischen Künstlerin, der in sozialen Medien Antisemitismus vorgeworfen wird. Das Ministerium betonte in einer Stellungnahme, dass bei Veranstaltungen deutscher Mittlerorganisationen keinerlei Zweifel an der entschiedenen Ablehnung von Antisemitismus und Israel-Hass aufkommen dürften.

Ausstellung zu Kriegsthemen mit internationaler Beteiligung

Von Mitte Oktober bis Anfang März war in Vilnius die Ausstellung „Glocken und Kanonen – Zeitgenössische Kunst in Zeiten von Militarisierung“ zu sehen. Diese Präsentation war eine Kooperation zwischen dem Contemporary Art Centre Vilnius (CAC), dem Goethe-Institut in Vilnius und der Akademie der Künste in Berlin. Laut Angaben einer Sprecherin des Goethe-Instituts übernahm das CAC die kuratorische Verantwortung für die Ausstellung.

In der Schau war die Künstlerin Basma al-Sharif mit ihrem Werk „Deep Sleep“ vertreten. Das Goethe-Institut betonte, dass in der Ausstellung selbst keine Werke mit antisemitischem Inhalt gezeigt worden seien. Allerdings wurden nachträglich problematische Posts auf dem Instagram-Account der Künstlerin bekannt, die nach Ansicht des Instituts nicht mit dessen Werten vereinbar sind.

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Soziale Medien als Auslöser der Kontroverse

„Konkret geht es um die Leugnung des Existenzrechts Israels in einigen Social-Media-Beiträgen“, erklärte eine Sprecherin des Goethe-Instituts. Diese Posts seien dem Institut vor der Kooperation nicht bekannt gewesen. „Wir bedauern dies sehr“, hieß es in der Stellungnahme. Das Auswärtige Amt machte dem Kulturinstitut deutlich, dass eine größere Sorgfalt bei der Planung und Konzeption von Veranstaltungen mit Kooperationspartnern notwendig sei und auch erwartet werde.

Das Goethe-Institut, das großteils aus Steuermitteln des Auswärtigen Amtes finanziert wird, wies jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Die Anerkennung des Existenzrechts Israels bezeichnete das Institut als unabdingbare Grundlage seiner Arbeit.

Wiederholte Kontroversen um die Künstlerin

Dies ist nicht der erste Vorfall, bei dem Basma al-Sharif wegen Antisemitismusvorwürfen in die Kritik geraten ist. Bereits zuvor hatte es Kontroversen um einen Auftritt der Künstlerin an der Kunstakademie Düsseldorf gegeben. Auch ihr Beitrag beim Osnabrücker European Media Art Festival war Gegenstand öffentlicher Diskussionen.

Die aktuelle Auseinandersetzung zeigt die sensiblen Abwägungen, die internationale Kulturinstitute bei der Auswahl von Kooperationspartnern treffen müssen. Insbesondere bei Themen, die historisch und politisch aufgeladen sind, erwartet die Bundesregierung von ihren Mittlerorganisationen besondere Wachsamkeit und klare Positionierungen.

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