Usedomer Literaturtage starten mit Nobelpreisträgerin - Merkel-Lesung im September
Usedomer Literaturtage: Tokarczuk liest, Merkel folgt später

Usedomer Literaturtage starten mit prominenten Autoren und neuer Preisverleihung

Die Usedomer Literaturtage bereiten sich auf einen vielversprechenden Start vor. Vom 15. bis 18. April werden namhafte Autoren auf der Insel Usedom erwartet, darunter die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. Eine besondere Lesung von Alt-Bundeskanzlerin Angela Merkel aus ihrer Autobiografie „Freiheit“ musste jedoch auf den 10. September verschoben werden. Diese Veranstaltung in Peenemünde wird laut Organisatoren die einzige Lesung Merkels in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr sein.

Spannendes Programm mit Thriller und Papst-Porträt

Das Programm der Literaturtage bietet eine breite Palette literarischer Genres. Am Eröffnungstag, dem 15. April, liest Steffen Kopetzky aus seinem Spionagethriller „Atom“. Die Lesung führt die Zuhörer auch gedanklich nach Peenemünde, wo während der NS-Zeit an neuartigen Waffen wie dem ersten Marschflugkörper und der ersten funktionierenden Großrakete gearbeitet wurde. Am folgenden Tag, dem 16. April, präsentiert der langjährige Vatikan-Korrespondent Andreas Englisch in Zinnowitz sein Werk „Leo XIV. – Der leise Mönch an der Spitze der Macht“. Das Buch zeichnet den Aufstieg des ersten US-amerikanischen Papstes nach und verspricht tiefe Einblicke in die Vatikan-Politik.

Erstmalige Verleihung zweier Literaturpreise

Ein besonderes Highlight der Usedomer Literaturtage ist in diesem Jahr die erstmalige Vergabe zweier Preise am Abschlusstag, dem 18. April. Der Usedomer Literaturpreis, dotiert mit 5.000 Euro und einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt im Seetelhotel Ahlbecker Hof, geht an Clemens J. Setz. Der in Graz aufgewachsene und in Wien lebende Autor wird aus seinem Werk „Der Trost der runden Dinge“ lesen. Die Jury unter Vorsitz von Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk lobte seine „meisterhafte Prosa“, die Elemente der Groteske, des Unheimlichen und von Science-Fiction miteinander verbindet, ohne auf Humor zu verzichten.

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Zum ersten Mal wird auch ein Übersetzerpreis verliehen, der mit 3.000 Euro dotiert ist. Die Auszeichnung geht an Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein für ihre Neuübersetzung des Romans „Die Puppe“ von Bolesław Prus aus dem Polnischen. Die Jury betonte, dass diese Übertragung meisterlich sei und neue Maßstäbe in der Übersetzungskunst setze. Der Roman, der ursprünglich 1890 erschien, erhält durch diese Neuübersetzung eine zeitgemäße Präsenz.

Internationale Ausrichtung mit Veranstaltung in Polen

Ein weiteres Novum in diesem Jahr ist die erstmalige Ausrichtung einer Veranstaltung der Usedomer Literaturtage in Swinoujscie, dem polnischen Teil der Insel Usedom. Diese grenzüberschreitende Initiative unterstreicht die internationale Ausrichtung des Festivals und fördert den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Polen. Die Preisverleihung am 18. April findet dort statt und markiert einen wichtigen Schritt in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Angela Merkels besondere Lesung im Herbst

Thomas Hummel, Intendant der Usedomer Literaturtage und des Usedomer Musikfestivals, äußerte sich erfreut über die Zusage von Angela Merkel. „Wir haben uns seit Jahren bemüht, Angela Merkel erneut nach Usedom einzuladen“, erklärte Hummel. „2018 war sie anlässlich des 25. Usedomer Musikfestivals auf der Insel zu Gast. Umso mehr freuen wir uns, dass es nun geklappt hat.“ Die Lesung im September in Peenemünde wird ein besonderes Ereignis sein, das Literaturfans aus der gesamten Region anziehen dürfte.

Die Usedomer Literaturtage versprechen somit eine abwechslungsreiche Woche mit hochkarätigen Autoren, spannenden Lesungen und bedeutenden Preisverleihungen. Während die Hauptveranstaltungen im April stattfinden, dürfen sich Literaturbegeisterte bereits auf den Herbst und die Lesung von Angela Merkel freuen.

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