Anna Wintour und Meryl Streep: Vom Filmfeind zum Vogue-Cover-Star
Wintour und Streep: Vom Filmfeind zum Vogue-Cover

Ikonisches Duo: Wintour und Streep erobern das Vogue-Cover

Die Mai-Ausgabe der US-amerikanischen Vogue präsentiert ein historisches Cover: Anna Wintour, die legendäre Modejournalistin, posiert Seite an Seite mit Meryl Streep, der Schauspielerin, die sie im Filmklassiker Der Teufel trägt Prada unsterblich machte. Das von Annie Leibovitz fotografierte Bild markiert einen bemerkenswerten Wendepunkt in der Beziehung zwischen Realität und Fiktion.

Vom filmischen Antagonisten zur Marketing-Partnerin

Im Jahr 2006 porträtierte Meryl Streep in Der Teufel trägt Prada die eiskalte Modemagazin-Chefredakteurin Miranda Priestly, eine Figur, die allgemein als Karikatur Anna Wintours interpretiert wurde. Zur Premiere der Fortsetzung zeigt Wintour nun, wie man aus einem kontroversen Image strategischen Nutzen zieht. Während sie sich nach dem ersten Film weitgehend zurückhielt, inszeniert sie nun eine meisterhafte PR-Kampagne.

Begleitet wurde das Cover-Shooting von einem exklusiven Gespräch zwischen Wintour und Streep, moderiert von Regisseurin Greta Gerwig. Wintour bezeichnete es als große Ehre, von einer Schauspielerin von Streeps Kaliber dargestellt worden zu sein, betonte jedoch gleichzeitig, dass die Filmfigur weit entfernt von ihrer eigenen Persönlichkeit sei.

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Die Herausforderungen der ersten Verfilmung

Streep erinnerte in dem Interview an die schwierigen Anfänge: Beim ersten Film hatten alle solche Angst vor Anna, dass wir kaum Kleidung für die Dreharbeiten finden konnten. Die Modehäuser wollten uns einfach nichts geben. Diese Anekdote unterstreicht den damaligen Einfluss und die gefürchtete Stellung Wintours in der Branche.

Die Metamorphose zur Marke

Anna Wintour übernahm 1988 die Chefredaktion der US-Vogue und formte das Magazin zu einem globalen Modeimperium. Obwohl sie vergangenes Jahr die operative Leitung abgab, bleibt sie als globale Redaktionsleiterin einflussreich. Über die Jahrzehnte hat sie sich selbst zur unverwechselbaren Marke entwickelt:

  • Die charakteristische große, dunkle Sonnenbrille
  • Der akkurat geschnittene Bob mit Stirnfransen
  • Haute-Couture-Kleidung als ständiger Begleiter

Strategische PR-Manöver

Die Ankündigung von Der Teufel trägt Prada 2, der Ende April in die Kinos kommen soll, nutzt Wintour geschickt für ihre Selbstinszenierung. Bereits im März trat sie gemeinsam mit Anne Hathaway, der Hauptdarstellerin beider Filme, bei der Oscar-Verleihung auf, um den Preis für das beste Kostümdesign zu überreichen.

Das Branchenmagazin Variety kommentiert diesen strategischen Schachzug treffend: Die Person, die am meisten von der Pressetour des neuen Films profitiert, ist nicht einmal selbst im Film zu sehen. Wintour hat es geschafft, eine Filmreihe, die einst darauf aufbaute, wie schlimm es ist, bei der Vogue zu arbeiten, in eine PR-Möglichkeit für sich selbst zu verwandeln.

Ein Meisterstück der Image-Transformation

Dieses gemeinsame Vogue-Cover markiert mehr als nur eine Promi-Fotostrecke. Es dokumentiert die evolutionäre Wandlung einer öffentlichen Figur, die es versteht, selbst kritische Darstellungen in positive Aufmerksamkeit zu transformieren. Wintour demonstriert mit 76 Jahren, dass langfristiger Einfluss in der Medienwelt nicht durch Abwehr, sondern durch intelligente Adaption gesichert wird.

Die drei 76-jährigen Ikonen – Wintour, Streep und Leibovitz – schreiben mit diesem Projekt Mode- und Mediengeschichte. Sie zeigen, wie sich Realität und Fiktion produktiv verbinden lassen, wenn alle Beteiligten die Spielregeln der modernen Medienlandschaft verstehen und meisterhaft anwenden.

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