Das Pasewalker Museum hat gleich mehrere Gründe zu feiern: das 30-jährige Bestehen, die Wiedereröffnung nach langer Schließung und den Internationalen Museumstag am Sonntag. Seit dem 1. April 2024 war die Einrichtung in der Prenzlauer Straße für Besucher geschlossen. „Ja, das ist eine lange Zeit. Für einige war es zu lange. Aber diese Zeit haben wir gebraucht, und es wurde viel geschafft“, sagt Haupt- und Kulturamtsleiter Jens Marquardt. Am Sonntag, 17. Mai, zum Internationalen Museumstag und zum 30. Geburtstag, wird das Museum wiedereröffnet.
Umfassende Sanierung und neues Konzept
Nach Angaben des Kulturamtsleiters wurden mehrere Räume im Museum neu hergerichtet und saniert. „So wurde zum Beispiel der Verwaltungsbereich komplett erneuert“, sagt Jens Marquardt. Man habe Maßnahmen zur Sicherheit von Besuchern und Personal umgesetzt, die als Auflagen von der Unfallkasse kamen. Zudem seien die Lampen auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt worden. Eingerichtet worden sei ein Mitmach-Raum für Museumspädagogik, den vor allem Kita-Gruppen und Schulklassen nutzen sollen. „Dafür haben wir einen Raum geopfert. Aber wir wollen ja Leute ins Museum holen“, sagt Leiterin Maria Mischke.
Neugestaltung der Ausstellungen
Einhergehend mit den baulichen Maßnahmen sei ein neues Konzept für das Museum umgesetzt worden, sagt Maria Mischke. Dazu gehöre die Neugestaltung der Ausstellungsräume, darunter die Ausstellung zum pommerschen Künstler Paul Holz. Einiges über Ausstellungstücke könnten Besucher jetzt über QR-Codes erfahren. Zudem habe man die Digitalisierung der Ausstellungsstücke vorangetrieben, was ein aufwendiger Prozess sei. „Es gibt Inventar-Listen, aber die liegen in schriftlicher Form vor und haben meist keine Fotos“, erklärt die Leiterin. Mit der digitalen Erfassung könne die Sammlung langfristig gesichert und für alle besser zugänglich gemacht werden.
Herausforderungen und Unterstützung
Viel Zeit und Aufwand seit der Schließung hat Jens Marquardt zufolge auch die Anfrage eines Hauptleihgebers zum Verbleib von Stücken gekostet, die dieser in den 1990er- und 2000er-Jahren dem Museum zur Verfügung gestellt hatte. „Das war nicht in ein paar Tagen abzuarbeiten.“ Maria Mischke zufolge mussten auch Exponate aus dem Depot gesichtet werden. Ohne Bücher gebe es weit über 1000 Exponate im Museum. „Wir haben für das Museum im Haushalt der Stadt ja nur wenige Mittel. Die Leiterin macht mit einer kleinen Börse aber eine ganze Menge. Da ist sie sehr innovativ“, findet der Kulturamtsleiter. Sehr hilfreich sei daher in den vergangenen Monaten die Unterstützung von Mitarbeitern des Fördervereins gewesen. Diese Zusammenarbeit funktioniere, wofür man sehr dankbar sei.
Wiedereröffnung am 17. Mai mit Programm
Die Wiedereröffnung am 17. Mai wird ab 10 Uhr gefeiert. Die Eröffnung wird musikalisch begleitet von der Kreismusikschule Pasewalk-Strasburg. Im Anschluss wird die Sonderausstellung „Wikingergold. Schatzpolitik seit 1800“ eröffnet. Der Förderverein des Museums bietet jeweils eine Stadtführung am Vormittag und eine am Nachmittag an. Abgerundet wird der Tag mit der Abendveranstaltung des Pasewalker Musikvereins „Brahms Liebeswalzer“ um 18 Uhr im Historischen U. Am Internationalen Museumstag öffnen der Lokschuppen Pasewalk und das Feuerwehrmuseum Pasewalk (Torgelower Straße 33) ab 10 Uhr ihre Türen, ebenfalls bei kostenlosem Eintritt für die Besucher.



