Country Joe McDonald: Eine Stimme des Protests verstummt
Die Musikwelt trauert um eine prägende Figur der Gegenkultur. Country Joe McDonald, der als Hippie-Rockstar der Sechzigerjahre berühmt wurde, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Seine Frau Kathy McDonald bestätigte, dass der Musiker in Kalifornien an den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung verstarb.
Der Woodstock-Moment, der Geschichte schrieb
McDonald erlangte weltweite Bekanntheit durch seinen Auftritt beim legendären Woodstock-Festival im Jahr 1969. Dort präsentierte er seinen satirischen Protestsong »I-Feel-Like-I'm-Fixin'-To-Die Rag«, der sich gegen den Vietnamkrieg richtete. Der in Washington geborene Künstler, der bürgerlich Joseph hieß, ließ das Publikum einen provokativen Sprechchor anstimmen, der zu einem ikonischen Moment der Musikgeschichte wurde.
Hunderttausende Festivalbesucher sangen den bitteren Refrain mit: »Eins, zwei, drei, wofür kämpfen wir? Frag mich nicht, ist mir egal. Nächster Halt, Vietnam.« Das Lied verspottete nicht nur Kriegsprofiteure an der Wall Street, sondern kritisierte auch die Bereitschaft, junge Männer in den Konflikt zu schicken.
Vom Marinesoldaten zum Anti-Kriegs-Aktivisten
McDonalds Engagement für Frieden war tief persönlich geprägt. Nachdem er selbst in der US-Marine gedient hatte, setzte er sich später als Aktivist für Veteranen ein. Sein berühmtestes Werk, ein Talking-Blues-Song, entstand 1965 in weniger als einer Stunde – genau in dem Jahr, als Präsident Lyndon Johnson begann, Bodentruppen nach Vietnam zu entsenden.
Der Sänger der Psychedelic-Rock-Band »Country Joe and the Fish« ließ das Lied mit einem markanten Eröffnungsgruß beginnen: »Gib mir ein F, gib mir ein I, gib mir ein S, gib mir ein H«. Bei dem Woodstock-Auftritt, kurz vor der Auflösung der Band, verwandelte er dies jedoch in ein provokatives »F-U-C-K«, das die Menge skandierte.
Konsequenzen eines mutigen Künstlers
McDonalds radikaler Protest hatte spürbare Folgen. 1968 sagte Ed Sullivan einen geplanten Auftritt der Band in seiner Varietéshow ab, nachdem er von dem umstrittenen Gruß erfahren hatte. Kurz nach Woodstock wurde McDonald verhaftet und mit einer Geldstrafe belegt, weil er den Gruß bei einem Konzert in Worcester, Massachusetts, verwendet hatte. Dieser Vorfall beschleunigte das Ende der Band.
Trotz dieser Herausforderungen blieb McDonalds Einfluss auf die Musik- und Protestkultur unbestritten. Seine Songs gelten bis heute als kraftvolle Antikriegs-Hymnen und prägende Dokumente einer bewegten Ära.



