ESC 2027: Bulgarien plant Mega-Show in Sofia trotz Kontroversen
ESC 2027: Bulgarien plant Mega-Show in Sofia

Nach dem überraschenden Sieg Bulgariens beim 70. Eurovision Song Contest mit dem Song „Bangaranga“ von Dara richten sich alle Blicke auf das Jahr 2027. Dann findet der 71. ESC in Sofia statt. Wir fassen zusammen, was bereits bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

Bulgarien feiert ersten ESC-Sieg

Für das südosteuropäische Land ist es der erste Sieg in der Geschichte des Wettbewerbs. Bulgarien nimmt erst seit etwa 20 Jahren am ESC teil und scheiterte oft in der Qualifikation. Von 2023 bis 2025 pausierte das Land aus finanziellen Gründen. Nun schrieb der bulgarische Regierungschef Rumen Radew auf Facebook: „Bulgarien erwartet Europa und die Welt bei der Eurovision 2027!“ Dara selbst kündigte an: „Im kommenden Jahr kommt der ESC nach Sofia, und wir müssen uns vorbereiten.“

Arena 8888 als Austragungsort

Der ESC 2027 könnte in der Arena 8888 stattfinden, der größten Halle der Hauptstadt. Die 2011 eröffnete Multifunktionshalle bietet Platz für etwa 13.000 bis 15.000 Zuschauer – vergleichbar mit der Wiener Stadthalle. Sie liegt im Osten Sofias nahe dem internationalen Flughafen und war bereits Schauplatz des Junior ESC sowie Konzerte internationaler Stars wie Lady Gaga und Jennifer Lopez.

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Gesellschaftliche Kontroversen in Bulgarien

Der ESC spaltet die bulgarische Gesellschaft. Proeuropäische Fans sehen die Show als Zeichen der Zugehörigkeit zu Europa. Kritiker hingegen betrachten den ESC als kommerzielle, exzentrische Veranstaltung, die LGBT-Kultur verbreite. Zudem ist Bulgarien eines der ärmsten EU-Länder, sodass die Austragung eines glamourösen Events im „Armenhaus Europas“ für Diskussionen sorgt.

SWR plant weitere ESC-Beteiligung

ARD-Programmdirektorin Christine Strobl dankte dem SWR für die gelungene Jubiläumsausgabe. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler betonte, dass Erfolg nicht planbar sei. Eine Änderung der deutschen Teilnehmerauswahl durch ein TV-Publikumsvoting sei vorerst nicht geplant, aber eine sender-interne Auswahl nicht ausgeschlossen. ESC-Experte Lukas Heinser wies darauf hin, dass interne Entscheidungen wie bei JJ und Nemo erfolgreich sein können.

Hape Kerkelings Tipp für Deutschland

Entertainer Hape Kerkeling empfahl in der Dokumentation „70 Jahre ESC - More than Music“, dass deutsche Beiträge auf „Rührung in Unschuld“ setzen sollten. Dies habe bei Nicole und Lena funktioniert und könnte erneut gelingen, wenn die Auswahl mit historischem Verständnis erfolge.

Israel-Boykott bleibt Thema

Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island boykottierten den ESC 2026 aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen. Ob sie 2027 zurückkehren, ist ungewiss. Israel wurde Zweiter, und der Nahostkonflikt ist weiterhin ungelöst.

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