Techno-Skandal erschüttert Szene: Hive-Festival wirft DJs nach Missbrauchsvorwürfen raus
Hive-Festival wirft DJs nach Missbrauchsvorwürfen raus

Techno-Skandal erschüttert Szene: Hive-Festival wirft DJs nach Missbrauchsvorwürfen raus

Die Hard-Techno-Szene wird aktuell von schweren Vorwürfen des Machtmissbrauchs und sexueller Nötigung erschüttert. Ein bekannter DJ zieht nun Konsequenzen und beendet seine Karriere, während Festivals weltweit auf die Anschuldigungen reagieren.

Schwere Vorwürfe gegen namhafte DJs

Seit dem vergangenen Wochenende erhebt der Amerikaner Brad auf seinem Instagram-Account @bradnolimit schwere Vorwürfe gegen mehrere namhafte DJs der Hard-Techno-Szene. In mehreren Beiträgen und Storys beschuldigt er die Künstler öffentlich des Machtmissbrauchs und der Übergriffigkeit gegenüber Frauen, teils minderjährig. Brad bezeichnet sich als ehemaliger Partner der französischen Management-Agentur "Steer", bei der die beschuldigten DJs unter Vertrag stehen.

Insbesondere nannte er die DJs "Basswell", "Shlømo", "Carv" und "Fantasm". Später folgten weitere Anschuldigungen gegen den Schweizer DJ "Odymel" sowie den niederländisch-kolumbianischen DJ "Hades". Brad erklärte, er habe zunächst "genug belastende Beweise" sammeln müssen und sehe sich selbst nicht als Held oder Ermittler, sondern als Person, die "eine Tür aufgestoßen hat".

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Emotionale Stellungnahmen und Karriereende

Mehrere Star-DJanes der Techno-Szene bezogen inzwischen Stellung zu den Vorwürfen. Die belgische DJane Amelie Lens veröffentlichte ein emotionales Statement, in dem sie betonte: "Die Tanzfläche ist unser Zuhause und der Backstage-Bereich unser Arbeitsplatz. Sicherheit wurde viel zu lange als 'Frauenproblem' abgetan."

Nachdem der Frankfurter DJ "Carv" in einem Statement einräumte, in der Vergangenheit "private, explizite Nachrichten geschrieben und intime Bilder an Frauen" verschickt zu haben, kam es zu einem drastischen Schritt. In einem exklusiven Statement teilte "Carv" mit, dass ihm in den vergangenen Tagen bewusst geworden sei, was er angerichtet habe. Er erklärte: "Das Projekt DJ Carv endet hier." Sein Management sagte alle Auftritte ab und deaktivierte seine Social-Media-Kanäle.

Festivals reagieren weltweit

Nachdem die Vorwürfe laut geworden waren, reagierten zahlreiche Festivals und Partyreihen weltweit. Der größte niederländische Hard-Techno-Veranstalter "Verknipt" strich die DJs aus allen Line-ups. Auch deutsche Festivals und Veranstaltungen wie "Electrisize" bei Düsseldorf, der "World Club Dome" in Frankfurt sowie Deutschlands beliebtester Club, das "Boothaus" in Köln, beendeten die Zusammenarbeit mit den Künstlern.

Das in Ferropolis bei Gräfenhainichen stattfindende Hive-Festival bezog als eines der ersten Festivals Stellung zu den Vorwürfen. In einem Statement heißt es: "HIVE ist ein sicherer Ort für alle – ein Ort der Freiheit, der Inklusion und des Respekts. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Werte und unsere Gäste zu schützen." Aus diesem Grund nehme man die Vorwürfe sehr ernst und "nehme die betreffenden Künstlerinnen und Künstler mit sofortiger Wirkung aus all unseren Line-ups".

Weitere Reaktionen der beschuldigten DJs

Der amerikanische DJ "Fantasm" meldete sich inzwischen zu Wort und sprach in einem Video auf Instagram von einer Verleumdungskampagne. Er betonte, er habe "nie etwas getan" und sei kein Pädophiler. Der französische DJ "Shlømo" bezeichnete das Vorgehen von @bradnolimit als "obsessive Rachekampagne" und kündigte rechtliche Schritte an. Er wirft Brad vor, Geld verlangt zu haben, um seine "Vendetta" zu beenden.

Die Vorwürfe haben eine breite Diskussion über Machtstrukturen und Sicherheit in der Techno-Szene ausgelöst. Der Instagram-Account @MeTooDJs, ein Zusammenschluss professioneller Frauen aus der elektronischen Musikszene, unterstützt laut eigener Darstellung Betroffene im Kampf um Gerechtigkeit. Die Entwicklung zeigt, wie tiefgreifend die Auswirkungen solcher Anschuldigungen auf die gesamte Branche sein können.

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