Juju kehrt zurück und konfrontiert die Deutschrap-Szene
Nach Jahren der Abwesenheit meldet sich die deutsche Rapperin Juju mit einem kraftvollen Statement zurück. Ihr neuer Track "Crashout Freestyle" markiert nicht nur ein lang erwartetes Comeback, sondern stellt auch eine schonungslose Abrechnung mit der Branche dar. In nur zwei Minuten und fünfzehn Sekunden packt die 33-jährige Künstlerin geballte Wut und Frustration in ihre Zeilen.
Toxische Strukturen und fehlender Respekt
Juju, bürgerlich Judith Wessendorf aus Berlin-Neukölln, thematisiert in ihrem Song mutmaßliche "Knebelverträge" und undurchsichtige Geschäftspraktiken. "Ich wurde verarscht und ich wurde verkauft", rappt sie gleich zu Beginn und deutet damit auf Strukturen hin, die ihr über Jahre hinweg eine selbstbestimmte Veröffentlichung von Musik erschwert haben sollen. Diese Zeit scheint nun endgültig vorbei zu sein.
Die Rapperin fordert in ihrem Track explizit Anerkennung für ihre Pionierarbeit ein: "Ja, ich hab's cool gemacht, dass Frauen rappen in Deutschland/Doch krieg' keine Props, ja, ihr habt mich enttäuscht." Damit spielt sie auf ihre Zeit im Duo SXTN an, das in den 2010er Jahren mit provokativen Tracks wie "Bongzimmer" und "Von Party zu Party" maßgeblich zur Sichtbarkeit von Frauen im Deutschrap beitrug.
Von SXTN zur Solokarriere
Nach der Auflösung des erfolgreichen Duos setzte Juju ihre Karriere als Solokünstlerin fort und arbeitete mit namhaften Musikern wie Henning May von AnnenMayKantereit zusammen. Ihre Kollaboration mit Xavier Naidoo im Jahr 2019 brachte ihr allerdings auch Kritik ein. Dennoch bleibt ihr Einfluss auf die Szene unbestritten.
Viele nachfolgende Rapperinnen nahmen sich SXTN zum Vorbild und übernahmen deren offensive Aneignung von Begriffen, die traditionell abwertend gegenüber Frauen verwendet wurden. Jujus Musik zeichnete sich stets durch eine bewusste Umkehrung der bis dahin vorherrschenden männlich dominierten Rap-Ästhetik aus.
Neues Album bereits angekündigt
Am Ende des Musikvideos zu "Crashout Freestyle" kündigt die Musikerin bereits die nächste Veröffentlichung an: Für den 7. August ist ein neues Album geplant. Dies wäre ihr zweites Soloalbum nach "Bling Bling" aus dem Jahr 2019. Die Ankündigung lässt darauf schließen, dass Juju ihre musikalische Rückkehr konsequent fortsetzen will.
Mit ihrem Comeback-Track positioniert sich Juju nicht nur als zurückgekehrte Künstlerin, sondern auch als kritische Stimme innerhalb der Deutschrap-Szene. Sie thematisiert strukturelle Probleme und fordert gleichzeitig die Anerkennung ein, die sie ihrer Meinung nach für ihre wegbereitende Arbeit verdient hat. Die Branche darf gespannt sein, welche weiteren Themen sie in ihrem für August angekündigten Album aufgreifen wird.



