Monika Gruber erlebt Anfeindung wegen Dialekt: "Soll mich zurückscheren"
Die scharfzüngige Kabarettistin Monika Gruber (54) hat sich mit ihrem Bairisch einen festen Platz auf deutschen Bühnen erarbeitet. Doch ausgerechnet dieser Dialekt, den sie zu ihrem Markenzeichen gemacht hat, bringt ihr auch heftige Kritik ein. In ihrem Podcast "Die Gruaberin" spricht sie mit dem ehemaligen Skirennläufer und Fernsehmoderator Armin Assinger (61) über gemeinsame Erfahrungen mit Hassnachrichten.
Brutale Zuschriften wegen Dialekt
Im Gespräch deckt Monika Gruber eine frappierende Gemeinsamkeit auf: Sowohl der Österreicher Assinger als auch sie selbst erleben regelmäßig Anfeindungen wegen ihres "Dialekts oder der Art, wie wir sind". Die Kabarettistin schildert konkrete Beispiele: "Ne brutale Zuschrift hab ich gelesen: Du g'scherte Bauernsau. Schau, dass zu deinen Kühen heimkommst." Diese Worte seien an Assinger gerichtet gewesen, der einen Kärntner Dialekt spricht.
Bei ihr selbst hätten Menschen geschrieben: "Ich soll mich auf meinen heimischen Misthaufen zurückscheren." Solche Äußerungen zeigen, wie tief verwurzelt Vorurteile gegen regionale Sprachfärbungen noch immer sind.
Kein Verständnis für Dialekt-Kritik
Warum Menschen für ihren Dialekt angefeindet werden, kann Monika Gruber nicht nachvollziehen. Ihr Podcast-Gast Armin Assinger verrät, dass ausgerechnet in seiner Heimat Kärnten einige Zuschauer sich daran stören, dass er seinen Dialekt so offen zeigt. "Weil die sich da ein bisschen auf den Schlips getreten fühlen", erklärt der Moderator.
Die Gruberin hat dafür keinerlei Verständnis: "Die müssen ja eigentlich froh sein, dass du den Dialekt sprichst." Für sie ist regionale Sprache ein wichtiger Teil kultureller Identität, der bewahrt werden sollte.
Dialekt als Erfolgsgeheimnis
Trotz der Anfeindungen ist Monika Gruber überzeugt, dass ihr Dialekt maßgeblich zu ihrem Erfolg beiträgt. "Ich glaube trotzdem auch, dass bei uns die Sprache ganz viel ausmacht", betont die Kabarettistin. Während sie manche Menschen zu nerven scheinen, lasse der Dialekt Gruber und Assinger für viele andere sympathisch wirken.
Die Kabarettistin zitiert im Gespräch eine wichtige Erkenntnis von Assinger: "Du hast mal gesagt, Sprache ist Kultur. Und ich glaube, mit Sprache identifizieren sich viele Leute und sagen: Der Assinger oder die Gruber, die reden wie wir, die sprechen unseren Dialekt. Und ich glaube, da fühlen sich die Leute daheim."
Erfolgreiche Tour trotz Kritik
Dass Monika Gruber trotz der Anfeindungen viele Menschen begeistern kann, zeigt der enorme Erfolg ihrer aktuellen Tour "Es huift ja nix". Die Tickets verkaufen sich nach Angaben der Veranstalter wie heiße Semmeln. Das Bühnenprogramm führt die Kabarettistin unter anderem im Juli nach München, wo sie vor heimischem Publikum auftreten wird.
Die Diskussion im Podcast macht deutlich: Dialekt kann polarisieren, aber er schafft auch Verbindung. Für Monika Gruber bleibt ihre bairische Sprachfärbung unverzichtbarer Bestandteil ihrer künstlerischen Identität - trotz aller Kritik, die sie dafür einstecken muss.



