Preußisches Kammerorchester trauert um Violinistin Astrid Kuthning - Konzert wird Gedenken gewidmet
Orchester trauert um Violinistin - Konzert als Gedenken

Preußisches Kammerorchester trauert um langjährige Violinistin

Ein tiefer Schock durchzieht die Reihen des Preußischen Kammerorchesters und der Uckermärkischen Kulturagentur. Die Violinistin Astrid Kuthning ist völlig unerwartet im Alter von 60 Jahren verstorben. Noch am 12. April hatte sie beim "Groschenkonzert" im Dominikanerkloster Prenzlau mitgewirkt und sich nach dem erfolgreichen Auftritt von ihren Kollegen verabschiedet. Die Proben für die Templiner Schülerkonzerte zu Wochenbeginn absolvierte sie ebenfalls, doch bei den Konzerten selbst fehlte sie plötzlich. Erst danach erfuhren die Musiker von ihrem Tod, was zu einer vorübergehenden Absage aktueller Konzerte führte.

Gedenkkonzert als würdiger Abschied

Inzwischen haben sich die Musiker gemeinsam mit dem geschäftsführenden Direktor der Kulturagentur, Jürgen Bischof, und Chefdirigent Jürgen Bruns entschieden, ihren nächsten regulären Auftritt dem Andenken an Astrid Kuthning zu widmen. Das Anrechtskonzert "Klassik & Neoklassik" findet wie geplant am 24. April um 19.30 Uhr im Kultur- und Plenarsaal Prenzlau statt. Mit dabei ist der international bekannte Hornist Christoph Eß. Der Abend erhält jedoch einen besonderen Rahmen, wie Bischof ankündigt: "Wir wollen eine der unseren ehren, die nicht nur dienstältestes Mitglied war, sondern sich weit über berufliche Pflichten hinaus engagiert hat."

Persönliche Verbindungen und tiefe Freundschaften

Für viele Orchestermitglieder ist der Wiedereinstieg ins Musizieren nach diesem plötzlichen Verlust äußerst schwierig. Varvara Ciocea, die seit vier Jahrzehnten mit Astrid Kuthning eng verbunden war, ringt sichtlich um Fassung: "Am Dienstag noch haben wir gemeinsam die Soli für 'Vivaldi' geprobt und uns wie immer umarmt. Ich habe einen Teil meiner Familie verloren." Die beiden Musikerinnen waren seit 1984, als Ciocea aus Bukarest nach Prenzlau kam, nicht nur beruflich, sondern auch privat tief verbunden - durch gemeinsames Musizieren, Yoga, Gartenarbeit und sogar die musikalische Erziehung ihrer Kinder.

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Vielseitige Musikerin mit breitem Engagement

Astrid Kuthnings musikalischer Weg begann im Alter von sieben Jahren an der Kreismusikschule bei Gerhard Thomas, der später das heutige Preußen-Orchester gründete. Nach ihrem Oberstufenabschluss mit Musiktheorieunterricht bei Jürgen Bischof wurde sie 1982 von Heinz Igel ins Staatliche Estradenorchester Prenzlau aufgenommen. Parallel absolvierte sie ein Violinen-Fernstudium an der Berliner Hochschule für Musik "Hanns Eisler". Neben ihrer Orchesterarbeit unterrichtete sie in den 1990er-Jahren an der Prenzlauer Musikschule und leitete seit ihrer Jugend den Chor der Maria-Magdalena-Pfarrei.

Ihre musikalische Vielseitigkeit zeigte sich auch in ihrer Liebe zum Folk. Vor zwei Jahrzehnten gründete sie gemeinsam mit Reiner Vedder, Referent der katholischen Gemeinde, die Band "Green Meadow". Vedder erinnert sich: "Astrid achtete immer darauf, dass wir nicht zu laut wurden. Sie war eine sensible Musikerin; es musste immer alles sehr genau und zart sein." Noch am Freitag vor ihrem Tod spielte die Band in Prenzlau bei einer Geburtstagsfeier.

Würdiges Abschiednehmen geplant

Die Kulturagentur und die Musiker wollen der Familie von Astrid Kuthning und ihrem Lebensgefährten in dieser schweren Zeit beistehen. Jürgen Bischof versichert: "Wir werden ihr am Konzertabend und am Bestattungstag mit einem musikalischen Requiem einen würdigen und angemessenen Abschied gestalten." Das Ensemble verliert mit Astrid Kuthning nicht nur eine dienstälteste Kollegin und ehemalige Personalvertreterin im Aufsichtsrat, sondern eine Persönlichkeit, die durch ihre Ruhe, Besonnenheit und ihr Engagement für Ausgleich das Orchester über Jahrzehnte prägte.

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