Washington – Heißer Stuhl für Pete Hegseth (45) im Kongress: Bei der ersten Anhörung seit Beginn des Iran-Krieges mussten sich der Kriegsminister und sein Top-General Dan Caine (57) vor allem harten Fragen der demokratischen Opposition stellen. Der größte Knalleffekt vorweg: Der Iran-Krieg hat bisher offizielle Kosten von 25 Milliarden Dollar verursacht. Damit nannte das Pentagon erstmals konkrete Zahlen.
Hegseth verteidigt Rekordbudget
Hegseth unterstützte zugleich den Antrag von Präsident Donald Trump (79) für ein neues Jahresbudget der US-Streitkräfte in Höhe von 1,45 Billionen Dollar – ein Plus von 44 Prozent binnen eines Jahres. „Wir bauen ein Militär auf, auf das das amerikanische Volk stolz sein kann“, sagte Hegseth.
Demokraten kritisieren Kriegsführung
Die Demokraten nutzten die Befragung für eine Serie von Breitseiten gegen das Weiße Haus. Besonders drei Themen dominierten das aufgeladene Hearing: Hat der Iran-Krieg ein klares Ziel? Hat die Trump-Regierung Kosten und Risiken unterschätzt? Wurden US-Soldaten in der Region ausreichend geschützt?
„Geopolitische Katastrophe“
Besonders scharf fiel die Kritik von John Garamendi (D, 81) aus. Er nannte den Krieg eine „geopolitische Katastrophe“ und einen „strategischen Fehler“. Garamendi sprach sogar von einem „Quagmire“, einem Kriegssumpf ohne Ende. Das provozierte eine wütende Hegseth-Replik.
Kongressmitglied Pat Ryan (D, 44), ein Army-Veteran, forderte sogar Hegseths Rücktritt. Grund: der Tod von sechs US-Soldaten bei einem iranischen Drohnenangriff in Kuwait zu Kriegsbeginn. Ryan zitierte Überlebende, die fehlende Abwehrmaßnahmen beklagten. Die Einheit sei „nicht in der Lage gewesen, sich zu verteidigen“. Hegseth hatte die Schutzmaßnahmen früher verteidigt. Ryan fragte direkt: „Sagen Sie hier, dass die Soldaten lügen?“
Kostenexplosion befürchtet
Im Zentrum der Demokraten-Kritik standen zudem interne Schätzungen zu Kosten, Dauer und Folgen des Krieges für die US-Bevölkerung. Die wahre Rechnung liege derzeit eher bei 100 Milliarden Dollar, indirekte Kosten mit eingerechnet, sagte Seth Moulton (D, 47). Höhere Preise an der Tankstelle und im Supermarkt könnten eine Durchschnittsfamilie pro Jahr 5000 Dollar kosten. Ein roter Faden bei den Fragen: Wie lange dauert dieser Krieg noch?
Hegseth kontert scharf
Der Kriegsminister – mit den Republikanern an seiner Seite – reagierte mit heftiger rhetorischer Gegenwehr. Er machte die Opposition nieder, warf ihr vor, „Propaganda unserer Feinde“ zu verbreiten, und sagte, Kritiker sollten sich „schämen“. Auf die Frage nach den Kriegskosten schoss Hegseth zurück: „Was kostet es, wenn Iran eine Atomwaffe besitzt und sie einsetzt?“



