Regierungskrise in Großbritannien: Kabinettsekretär Chris Wormald tritt nach Epstein-Skandal zurück
Kabinettsekretär Wormald tritt nach Epstein-Skandal zurück

Dritter Rücktritt erschüttert britische Regierung

Die britische Regierung unter Premierminister Keir Starmer befindet sich in einer tiefen Krise. Innerhalb weniger Tage musste der Labour-Politiker nun bereits den dritten Abgang eines hochrangigen Mitarbeiters aus seinem engsten Kreis hinnehmen. Kabinettsekretär Chris Wormald ist nach Angaben der Regierung "in gegenseitigem Einvernehmen" von seinem Amt zurückgetreten.

Ranghöchster Beamter verlässt Downing Street

Chris Wormald leitete als Cabinet Secretary die zentrale Behörde des Cabinet Office und galt damit als ranghöchster Beamter der britischen Regierung. Sein Rücktritt folgt auf die bereits zuvor erfolgten Abgänge von Stabschef Morgan McSweeney und Kommunikationschef Tim Allan. Diese Serie von Rücktritten hat die politische Stabilität der Regierung massiv erschüttert.

Der schottische Labour-Chef Anas Sarwar forderte nach den ersten beiden Rücktritten sogar öffentlich den Rücktritt von Premierminister Starmer selbst. Die politische Zukunft des Premiers schien zeitweise tatsächlich am seidenen Faden zu hängen, wie Beobachter berichteten.

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Epstein-Verbindung als Auslöser der Krise

Auslöser für die aktuelle Regierungskrise war die umstrittene Berufung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in Washington. Mandelson steht in Verbindung zum 2019 verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein, der wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt worden war.

Diese Personalentscheidung Starmers löste eine Welle der Kritik aus und führte letztlich zu den Rücktrittsforderungen innerhalb der eigenen Partei. Oppositionschefin Kemi Badenoch von den Konservativen warf Starmer vor, seine Mitarbeiter für eigene Fehlentscheidungen büßen zu lassen.

Neustrukturierung der Regierungsarbeit geplant

Nach der Kontroverse um Mandelson plant Premierminister Starmer nun offenbar eine grundlegende Neuausrichtung seiner Arbeit und seines Teams in der Downing Street. Der Rücktritt von Chris Wormald war britischen Medienberichten zufolge bereits erwartet worden, nachdem sich die Krise zugespitzt hatte.

In einer offiziellen Mitteilung der Regierung erklärte Wormald: "Es war mir eine Ehre und ein Privileg, in den letzten 35 Jahren als Beamter zu dienen." Premierminister Starmer zeigte sich seinerseits "sehr dankbar" für die "lange und herausragende Karriere" Wormalds im öffentlichen Dienst.

Chris Wormald hatte sein Amt als Kabinettsekretär erst Ende 2024 angetreten und verließ die Position damit nach relativ kurzer Amtszeit. Die Regierungskrise in Großbritannien zeigt, wie tiefgreifend die Auswirkungen des Epstein-Skandals auf die politischen Verhältnisse im Land sind.

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