Moskau – Die große russische Parade zum Sieg über Nazideutschland wird zur Fußgängershow! Der Kreml streicht beim 81. „Tag des Sieges“ die komplette Militärtechnik aus der großen Parade auf dem Roten Platz. Keine dröhnenden Kolonnen, keine rollenden Panzer oder Raketenwerfer. Es bleiben reine Marschformationen russischer Soldaten.
Immerhin in der Luft wird Militärtechnik präsentiert. Zum Abschluss der Parade soll es die traditionelle Flugshow geben. Doch genau hier gab es in den letzten Wochen Zweifel: Hinter den Kulissen kursierten Gerüchte, dass dieser Luftteil wackelt – aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen und vor der eigenen Flugabwehr. Die Sorge: Im Ernstfall könnte Moskaus Luftverteidigung Ziele nicht sauber unterscheiden.
Eine militärische Kolonne auf dem Roten Platz wird es zwar nicht geben – dafür aber die traditionelle Luftshow.
Kriegsbilder statt Militärkolonne
Offiziell spricht das Verteidigungsministerium von der „aktuellen operativen Lage“ als Grund dafür, dass keine „militärische Kolonne“ an der Parade teilnimmt. Stattdessen werde das Staatsfernsehen Bilder von Soldaten im Einsatz in der Ukraine, von Raketenstreitkräften in Alarmbereitschaft und von Marine-Einheiten auf See zeigen. Die Botschaft: Alles ist an die Front gebunden. Doch hinter den Kulissen verdichten sich andere Erklärungen: Zum einen der massive Materialverschleiß im Ukraine-Krieg. Moderne Panzer sind knapp, viele wurden zerstört oder beschädigt. 2025 hatte Putin noch versucht, mit einer geschrumpften Waffenschau Stärke zu demonstrieren. Auch das fällt dieses Jahr weg.
Im letzten Jahr nahmen noch Militärfahrzeuge an der Siegesparade teil.
Angst vor ukrainischen Drohnen
Auch die Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen auf die Parade könnte die Entscheidung beeinflusst haben. Ukrainische Attacken tief im russischen Hinterland haben gezeigt, wie verwundbar selbst Moskau ist. Panzer auf dem Roten Platz wären große, leicht anvisierbare Ziele – bei denen schon Wochen vorher der genaue Aufenthaltsort klar ist. Entsprechend fährt Russland die Sicherheitsmaßnahmen hoch: zusätzliche Flugabwehrsysteme, Störsender, Sperrzonen.



