Kenia wirft Russland vor: Soldaten als Kanonenfutter im Ukrainekrieg missbraucht
Kenia wirft Russland Missbrauch von Soldaten vor

Kenia wirft Russland systematischen Missbrauch von Soldaten im Ukrainekrieg vor

Die Regierung Kenias hat schwere Vorwürfe gegen Moskau erhoben. Demnach werden kenianische Staatsbürger unter falschen Versprechungen nach Russland gelockt und anschließend als "Kanonenfutter" im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt. Der kenianische Vizeaußenminister Korir Sing'Oei sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von einem systematischen Missbrauch, bei dem Menschen gezielt an die Front geschickt würden, um dort zu sterben.

Verträge in russischer Sprache mit falschen Versprechungen

Recherchen der AFP haben ein weitverzweigtes Täuschungsnetzwerk aufgedeckt. Vier kenianische Männer ohne militärische Erfahrung wurden demnach gezwungen, Verträge mit der russischen Armee in russischer Sprache zu unterzeichnen. Sie erhielten falsche Versprechungen über Arbeitsstellen als:

  • Verkäufer
  • Wachleute
  • Leistungssportler

Anschließend wurden sie umgehend an die ukrainische Front geschickt. Drei der vier Männer kehrten verletzt zurück. Die kenianische Regierung hatte bereits im November von etwa 200 im Ukrainekrieg kämpfenden Kenianern berichtet, geht aber mittlerweile von einer deutlich höheren Zahl aus.

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Diplomatische Initiative und Evakuierungen

Keniens Außenminister Musalia Mudavadi kündigte an, im kommenden Monat nach Moskau zu reisen, um diesem Vorgehen Einhalt zu gebieten. Seine Mission umfasst drei Hauptziele:

  1. Die sofortige Beendigung der fragwürdigen Anwerbepraktiken
  2. Die Freilassung inhaftierter Kenianer in der Ukraine
  3. Die Überprüfung des Gesundheitszustands verwundeter Staatsbürger in Krankenhäusern

In den vergangenen zwei Monaten wurden bereits mehr als 30 Kenianer aus Russland evakuiert. Die kenianische Regierung hat zudem skrupellose Anwerbeagenturen in dem ostafrikanischen Land schließen lassen.

Internationale Dimension des Problems

Kenia ist nicht das einzige Land, das von solchen Praktiken betroffen ist. Auch Südafrika berichtete im November von "Notrufen" südafrikanischer Männer, die im heftig umkämpften Donbass gestrandet waren und dringend nach Hause geholt werden wollten. Die Situation zeigt, dass Russland offenbar in mehreren afrikanischen Ländern nach Kämpfern für seinen Angriffskrieg sucht.

Vizeaußenminister Sing'Oei betonte: "Kein Kenianer würde sich freiwillig auf so etwas einlassen. Es scheint ein Muster zu geben, Menschen anzulocken und sie dann sterben zu lassen." Die diplomatischen Gespräche in Moskau werden zeigen, ob Russland auf die Vorwürfe reagiert und die umstrittenen Anwerbepraktiken beendet.

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